Wegen drei Euro: 36-Jähriger muss zwei Jahre in den Knast

Auch zwei Packungen Schnaps steckte der Angeklagte ein. (Symbolbild)
Auch zwei Packungen Schnaps steckte der Angeklagte ein. (Symbolbild)  © 123RF

Paderborn - Wegen eines Diebstahls im Wert von drei Euro und zwei Cent muss nun ein 36-jähriger Mann für zwei Jahre in den Knast. Das entschied das Landgericht in Paderborn.

Der Angeklagte hatte vor mehr als einem Jahr in einem Supermarkt in Steinheim zwei kleine Packungen eines Kräuterschnapses und ein Dosenbier geklaut und war auf frischer Tat erwischt worden.

Bereits im April 2017 wurde der Fall verhandelt, wurde allerdings ausgesetzt, da der 36-Jährige auf sein Alkoholproblem hingewiesen hatte. Vor den Richtern gestand er damals den Diebstahl und gab an, dass er Pfefferspray versprüht habe.

Er habe den Alkohol laut eigener Aussage geklaut, weil er zu der Zeit Stress mit seiner ehemaligen Lebensgefährtin gehabt habe, weil diese ihm die gemeinsamen Kinder vorenthielt. Er wollte sich wegen einer erneuten Absage eines Besuchstermins laut Informationen der Neuen Westfälischen "so richtig abschießen".

Eine Dose Bier ließ der 36-Jährige mitgehen. (Symbolbild)
Eine Dose Bier ließ der 36-Jährige mitgehen. (Symbolbild)  © 123RF

Da er in seiner Geldbörse nicht einmal zwei Euro entdeckte, klaute er kurzerhand den Sprit und verstaute ihn in seinem Hosenbund. Diese Rechnung hatte er allerdings ohne den Ladendetektiv gemacht, der die Tat bemerkt hatte und den Angeklagten daraufhin ansprach.

Als der 36-Jährige plötzlich flüchten wollte, kam es zu einer Rangelei, bei der der Mann auf der Anklagebank sein Pfefferspray, das er aus Angst vor Hunden immer mit sich trug, hervorzog und die Hand des Detektivs damit besprühte.

Das er einen Fehler begangen hatte, war ihm daraufhin schlagartig klar, weswegen er sich noch vor dem Eintreffen der Polizei bei dem Ladendetektiv entschuldigte und Reue zeigte. Auch eine Therapie trat der Mann zeitnah an, um sein Alkoholproblem in den Griff zu bekommen.

Ein sachverständiger Gutachter erklärte vor Gericht, dass der Mann sein Problem ganz gut in den Griff bekommen hätte und riet dem Richter dazu, eine Unterbringung in einer forensischen Entziehungsanstalt anzuordnen.

Das sah der vorsitzenden Richter Bernd Emminghaus letztendlich allerdings anders und verurteilten den Angeklagten zu einer zweijährigen Haftstrafe und ordneten zudem die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an. Seiner Meinung nach könnten die Vorstrafen, die der 36-Jährige habe, nicht unter den Tisch gefallen lassen werden.

In November zur Zeit der Tat, stand der geständige Ladendieb bereits unter zweifacher Bewährung.


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0