63-Jähriger vergriff sich an Jungen, dessen Mutter versuchte ihn zu erpressen

Paderborn – Ein 63-jähriger Paderborner wurde erneut wegen sexuellen Missbrauchs vor dem Paderborner Landgericht verurteilt.

Der Paderborner gilt als Wiederholungstäter. (Symbolbild)
Der Paderborner gilt als Wiederholungstäter. (Symbolbild)  © 123RF

Der 63-jährige Täter bemüht sich harmlos zu erscheinen, doch seine sexuellen Bedürfnisse standen über den Therapien, den Haftstrafen und eine androhende Sicherungsverwahrung. Zu Jahresbeginn wurde der Paderborner wieder straffällig, so die Neue Westfälische.

Er soll sich an einem 8-jährigen Jungen vergangen haben und stand dafür am Dienstag vor Gericht.

Der Täter wurde selbst als Kind von seiner Mutter misshandelt und eingesperrt. Im Kinderheim erfuhr er später sexuelle Übergriffe durch einen Erzieher. Vielfach wurde darüber diskutiert, ob diese kindlichen Erfahrungen den 63-Jährigen selbst zum Täter haben werden lassen.

2001 wurde der Paderborner zum dritten Mal wegen sexuellen Missbrauchs aufgefallen und wurde vom Bielefelder Landgericht zu einer vierjährigen Haftstrafe und einer anschließenden Sicherungsverwahrung verurteilt. Im Jahre 2014 wurde der 63-Jährige auf Bewährung entlassen, dies hatte das Oberlandesgericht Hamm angeordnet. Angeblich bestand keine akute Gefahr mehr.

Und tatsächlich: Der Paderborner blühte unter der Aufsicht von Führungsaufsicht, Therapeuten und Betreuern förmlich auf. Er nahm an Therapien teil und bekam einen Job bei einem Sozialverein. Der 63-Jährige sprach offen über seine Taten. "Es lief wunderbar", sagte am Dienstag der Bewährungshelfer vor Gericht aus.

Dem war jedoch nicht so: Ende 2017 kam der Angeklagte in Kontakt zu einer alleinerziehenden Frau. Sie lernten sich an seinem Arbeitsplatz kennen. Der 63-Jährige baute eine Beziehung zu der Mutter und dem 8-jährigen Sohn auf. Und das obwohl er sich auf gerichtliche Anordnung von Kindern fernzuhalten hatte.

Er log und gab vor, selbst eine intakte Familie zu haben, damit er mit dem Jungen alleine sein konnte. Im Januar und April dieses Jahres vergriff er sich an dem Jungen und begrapschte ihn im Genitalbereich.

Die Richter unter dem Vorsitzenden Eric Schalke verurteilten den Paderborner zu vier Jahren Gefängnis und erneute Sicherungsverwahrung. Der Täter habe planvoll gehandelt und sei in alte Muster zurückgefallen. Es ginge Gefahr von ihm aus.

Das Opfer vertraute sich seiner Mutter an. Die Mutter jedoch versuchte den Täter zu erpressen: 1.500 Euro sollte das Schweigen kosten. Der Paderborner brachte die versuchte Erpressung zur Anzeige, aber geriet an besonders tüchtige Ermittler. Diese haben den Täter als Wiederholungstäter entlarvt. Der Junge und seine Schwester leben bei einer Pflegefamilie.

Titelfoto: 123RF

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