Die Idylle trügt: Zettel warnen mehrsprachig vor Gefahren in Baggerseen

Der Habichtsee in Paderborn wurde einem 50-Jährigen im Jahr 2013 zum Verhängnis.
Der Habichtsee in Paderborn wurde einem 50-Jährigen im Jahr 2013 zum Verhängnis.  © Kreis Paderborn

Paderborn - Sonnenschein und Badetemperaturen prognostizieren die Meteorologen für das lange Wochenende. Viele dürften unterwegs sein und Abkühlung suchen. Landrat Manfred Müller warnt deshalb auch in diesem Jahr vor den tödlichen Gefahren in Baggerseen.

Auch wenn diese noch so einladend und harmlos aussehen. Die Idylle trügt. Jedes Jahr ertrinken bundesweit Menschen, weil sie die Gefahren wie steil abfallende Ufer und plötzliche Untiefen sowie eiskalte Wasserschichten unterschätzen. Da die Seen eigentlich Baustellen sind, verbergen sich unter der Wasseroberfläche mitunter alte Stromkabel oder auch Betonteile, die den Schwimmer zusätzlich gefährden.

Der Kreis Paderborn hat bereits im letzten Jahr Handzettel in einfacher Sprache verfasst und diese vom Fachdienst für Integration und Migration des Caritasverbandes Paderborn in sechs Sprachen (albanisch, arabisch, englisch, französisch, serbisch und persisch) übersetzen lassen. Denn besonders gefährdet sind auch geflüchtete Menschen, weil viele von ihnen weder schwimmen noch die Gefahren der hiesigen Gewässer einschätzen können.

Gefährlich sind auch eiskalte Unterströmungen und die fehlende Sichttiefe. Schwimmer können leicht in Panik geraten, wenn sie plötzlich in kalte Wasserschichten geraten oder keinen Grund mehr unter den Füßen spüren. Das "mal eben in den See springen" wird vielen zum Verhängnis, weil die Kräfte schwinden oder Krämpfe bzw. Herz-Kreislauf-Beschwerden sich einstellen.

Im Kreis Paderborn sind alle Baggerseen oder sonstigen Gewässer, die erfahrungsgemäß im Sommer aufgesucht werden, mit Schildern versehen. Dort sind Orts- und Kennziffern aufgedruckt. Bei der Meldung des Notfalls an die Kreisleitstelle über die 112 sollte diese Kennziffer genannt werden. Sie hilft den Rettungseinsatzkräften, den Unglücksort schneller zu finden.

Titelfoto: Kreis Paderborn


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