Wissenschaftlich belegt: Männer sind schlecht für die Gesundheit von Frauen

Frauen blühen nach einer Trennung oder dem Tod des Partners schneller wieder auf, während Männer regelrecht verkümmern können.
Frauen blühen nach einer Trennung oder dem Tod des Partners schneller wieder auf, während Männer regelrecht verkümmern können.  © 123rf.com/arturkurjan

Padua - Bislang galt: Singles leiden öfter an Herzerkrankungen und Depressionen als Verheiratete. Durch Alkohol und schlechtes Essen verkürzen sie ihre Lebenserwartung sogar noch zusätzlich. Das stimmt auch - gilt aber nur für männliche Singles!

Für Single-Frauen konnten Forscher der Universität Padua diese These nämlich widerlegen. Danach sind weibliche Singles tipptopp gesund! Viele Frauen erlangen ihre Gesundheit auch erst nach dem Ableben des Partners, der sie im wahrsten Sinne des Wortes krank gemacht hat, zurück. Hat der das Zeitliche gesegnet, blühen sie regelrecht auf.

Ihre Ergebnisse haben die Wissenschaftler im US Fachmagazin "Journal of Women's Health" veröffentlicht. Erstaunlich: Witwen stehen weniger unter Druck und haben auch ein geringeres Stesslevel als verheiratete Frauen. Außerdem leiden sie seltener unter Erschöpfung oder Depressionen. Sie sind sogar insgesamt gesunder. Als Ursache vermuten die Wissenschaftler, dass Ehefrauen sich oft eingeengt fühlen - das frustriert sie auf Dauer und macht krank.

Bei Männern ist es genau umgekehrt: Ist die Frau weg, geht es mit seiner Gesundheit steil bergab. Stressauslöser sind etwa, den Haushalt nun selbst schmeißen zu müssen, sich alleine und sogar einsam zu fühlen und eigenverantwortlich auf die Gesundheit achten zu müssen. Selbst eine Depression droht schneller, wenn sich niemand mehr um sie kümmert.

Das ist aber noch nicht alles! Die Forscher fanden heraus, dass es Single-Frauen generell besser geht und sie mit der Situation, Single zu sein, auch besser zurechtkommen, als Single-Männer. Denn Frauen ohne Partner genießen es, Zeit für sich zu haben, sie achten sehr auf sich, sie haben weniger Stress und Sorgen und finden eine große Erfüllung in ihrem Berufsleben. Zudem pflegen sie intensivere Beziehungen zu ihrer Familie und ihren Freunden.

Die Wissenschaftler beobachteten für ihre Studie vier Jahre lang rund 2000 Personen.

Die traditionelle Ehe ist für Frauen also anstrengender als das Leben an sich. Das bestätigt auch das Statistische Bundesamt: Heute werden "immer noch mehr Scheidungsverfahren von Frauen eingereicht als von Männern."

Titelfoto: 123rf.com/arturkurjan