Dardai-Aus bei Hertha: Darum ist die Entlassung schade, aber richtig!

Berlin - Hertha BSC braucht im Sommer einen neuen Trainer. Nach über vier Jahren ist Schluss. Der Hauptstadt-Club und Pal Dardai haben sich einvernehmlich getrennt (TAG24 berichtete).

Pal Dardai stellt sich den Fragen der Journalisten. (Bildmontage)
Pal Dardai stellt sich den Fragen der Journalisten. (Bildmontage)  © DPA

"Manchmal ist es so, dass die Zeit für eine Veränderung gekommen ist. Ich habe immer betont, dass es mir um das Beste für Hertha BSC geht, denn Hertha ist und bleibt mein Zuhause", sagte Dardai, der sich am Tag zuvor noch kämpferisch zeigte. "Ich bin dankbar für diese Chance, die ich hier bekommen habe, und sehr stolz darauf, was wir in dieser Zeit gemeinsam erreicht haben."

Überraschend kommt die Trennung nicht. Die längste Niederlagenserie - gegen Hoffenheim kassierte Hertha die fünfte Pleite in Serie - und die gewohnt schwache Rückrunde seiner Mannschaft kostete ihm wohl den Job. Dardai war es auch, der selbst betonte, dass ein Trainer spätestens nach sechs Niederlagen in Folge weg sei.

Herthas Rekordspieler übernahm sein Herzensverein im Februar 2015. Der Club steckte tief im Abstiegskampf und sicherte mit Ach und Krach die Klasse. In den folgenden Jahren holte der Ungar trotz bescheidender Mittel das Maximum aus dem Kader. Zweimal führte er die Herthaner nach Europa. Nachdem die Berliner die letzte Saison im grauen Mittelfeld beendete, sollte es dieses Jahr vor allem spielerisch wieder aufwärts gehen.

Das klappte zumindest in der ersten Saisonhälfte, als die Hertha mit teils begeisternden Auftritten im Olympiastadion Gladbach und Bayern schlugen, gegen vermeintlich schlechtere Teams aber regelmäßig Punkte liegen ließen.

Pal Dardai und Michael Preetz nach dem Spiel in Hoffenheim.
Pal Dardai und Michael Preetz nach dem Spiel in Hoffenheim.  © DPA

Die Hinrunde beendeten sie mit 24 Punkten auf Platz acht. Nun scheinen die Berliner eine fast schon traditionelle und kaum zu erklärende schwache Rückrunde zu spielen. Seitdem Dardai an der Seitenlinie steht, konnten die Blau-Weißen in der zweiten Saisonhälfte noch nie mehr als 19 Punkte holen. In zwölf Rückrundenspielen holte die von vielen Verletzungen gebeutelte Alte Dame elf Punkte - zu wenig für Fans und Verantwortliche.

Der Coach, der nach Christian Streich der dienstälteste Bundesligatrainer ist, hat es geschafft Hertha wieder zu stabilisieren - aber eben nicht weiterentwickelt. Zuletzt stagnierten die Leistungen. Erstmals hat man das Gefühl, dass in der Mannschaft mehr drin steckt als nur Platz elf.

Dass es nach über vier Jahren Abnutzungserscheinung gibt, ist normal. Die Berliner, die selbst stets betonten ein Ausbildungsverein zu sein, wollen den nächsten Schritt gehen. "Ein neuer Impuls im Sommer ist der richtige Schritt für Hertha BSC", sagte Manager Michael Preetz.

Wer Hertha wieder nach oben führen soll, ist noch nicht bekannt. Es wird allerdings kein leichtes Erbe, schließlich genießt Pal Dardai bei Fans und im Verein ein hohes Ansehen. Ganz verzichten müssen sie auf den Ungarn aber nicht. "Pal ist ein wichtiger Bestandteil der positiven Entwicklung unseres Clubs und wird auch über seine Zeit als Cheftrainer der Profis hinaus ein großer Faktor der Hertha-Familie bleiben", sagte Preetz. 2020 soll Dardai dann wieder als Nachwuchstrainer bei Hertha arbeiten.

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