Tierschützer fassungslos! Riesen-Ansturm auf Tickets für Stierkampf

Palma - Eineinhalb Wochen vor der Rückkehr der Stierkämpfe nach Mallorca löst die Veranstaltung auf der spanischen Insel viele Proteste aus - aber auch große Begeisterung.

Proteste von Tierschützern gab es bereits während des Stierkampfes in Pamplona Mitte Juli. Hier wird der Stierkämpfer Rafaelillo von einem Stier an die Bande gedrückt.
Proteste von Tierschützern gab es bereits während des Stierkampfes in Pamplona Mitte Juli. Hier wird der Stierkämpfer Rafaelillo von einem Stier an die Bande gedrückt.  © Alvaro Barrientos/AP/dpa

Vor den Kassen an der Arena von Palma bildeten sich seit Montag lange Schlangen, berichteten Regionalmedien und auch die Betreiber der Arena. Man erwarte am Freitag nächster Woche einen sehr guten Besuch im gut 11.600 Zuschauer fassenden "Coliseo Balear", das dieses Jahr sein 90-jähriges Bestehen feiert.

Die Betreiber der Arena hoffen bei Eintrittspreisen von 50 bis 150 Euro auf Rekordeinnahmen. Am Montag sei bereits ein Tagesrekord erzielt worden, hieß es.

Die Organisatoren und die Fans der "Corridas" müssen aber auch mit Aktionen der Stierkampfgegner am 9. August rechnen. Die Tierschutz-Organisation "I.C.A. Animalista" rief zu einer Protestkundgebung vor der Arena auf. Stierkampf sei ein Akt der "Barbarei", ein "lächerliches und veraltetes Ritual".

Nach gut zwei Jahren dürfen Toreros auf Mallorca wieder Stiere töten. Ende 2018 hatte das spanische Verfassungsgericht ein vom Regionalparlament der Balearen-Inseln verhängtes Verletzungs- und Tötungsverbot gekippt. Das Madrider Gericht erklärte damals mehrere Artikel des reformierten balearischen Gesetzes über Stierkämpfe und Tierschutz für verfassungswidrig.

Die neuen Bestimmungen waren von Medien als "Stierkampf light" bezeichnet worden. Einige der Beschlüsse von 2017 gelten auf Mallorca aber weiterhin. Minderjährige dürfen zum Beispiel dem Spektakel nicht beiwohnen.

Stierkampf zum nationalen Kulturgut erklärt

Obwohl Stierkampf in Spanien zunehmend umstritten ist und vor allem unter den Jüngeren immer mehr an Attraktivität verliert, hatte das Verfassungsgericht bereits 2016 klargestellt, dass die spanischen Regionen die so genannten "Corridas" nicht völlig verbieten dürfen.

Da der Stierkampf 2013 zum nationalen Kulturgut erklärt worden sei, könne nur der Staat darüber entscheiden, so die Richter. Vor drei Jahren war mit dieser Begründung bereits ein in Katalonien seit 2010 geltendes Stierkampfverbot gekippt worden.

Titelfoto: Alvaro Barrientos/AP/dpa


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