Palmer nach Horror-Vergewaltigung: Therapien für Flüchtlinge sind zu teuer

Tübingen/Stuttgart - Tübingens Grüner Oberbürgermeister Boris Palmer äußert sich mal wieder über Flüchtlinge: Er widerspricht in einem Facebook-Post einer Journalistin die eine Lösung für die Kriminalität im Detail sieht.

Für ihn sind Therapien für Flüchtlinge zu teuer: Tübingens Grüner OB Boris Palmer.
Für ihn sind Therapien für Flüchtlinge zu teuer: Tübingens Grüner OB Boris Palmer.  © DPA

So schrieb die Journalistin, ausgehend von der Gruppenvergewaltigung einer Studentin in Freiburg (TAG24 berichtete), in der Schwäbischen Zeitung folgendes:

"Die wahren Probleme liegen im Detail. Einige Beispiele: Es fehlen erfahrene Sachbearbeiter bei Polizei und Ausländerbehörden, es fehlen psychologische Screenings und Therapien für Flüchtlinge. Begeht ein Täter kleine Delikte in Baden-Württemberg, erfährt es die Polizei in Bayern nicht – weil der Datenschutz es verhindert. Polizisten dürfen bei Abschiebungen nur das Zimmer des Betroffenen durchsuchen, nicht aber die angrenzenden Räume."

Diesen Worten entgegnet Palmer mit einem "Kopfschüttel!". Er hält diesen Ansatz der Journalistin für naiv und glaubt nicht daran, dass man so die Probleme der Kriminalität in den Griff bekommt.

Tübingens Grüner OB Boris Palmer weiß es in Sachen Flüchtlingspolitik immer besser: Hier greift er auf Facebook ein Journalistin an.
Tübingens Grüner OB Boris Palmer weiß es in Sachen Flüchtlingspolitik immer besser: Hier greift er auf Facebook ein Journalistin an.

So schreibt er in seinem Facebook-Post: "Für 15% aller Tötungsdelikte, des schweren Raubs und der Vergewaltigungen sind Flüchtlingen verantwortlich. Glaubt wirklich jemand, dass man das so in den Griff bekommt, wie die Kommentatorin der Schwäbischen Zeitung verlangt?"

Nach Palmers Meinung sind die Vorschläge der Journalistin nicht nur naiv, sondern möglich Therapien auch einfach zu teuer. Außerdem gibt aus seiner Sicht nicht genügend Therapeuten, die so eine Maßnahme stemmen könnten.

Doch diese Denke ist der Journalistin zu einfach. Sie kritisiert gerade die Forderungen von Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl oder eben Palmers, die schlicht Abschiebungen nach Syrien fordern, oder eben Lager für verdächtige Ausländer.

Sie weist daraufhin, dass die Behörden sowieso schon Vollzugsprobleme mit Abschiebungen haben und, dass Lager in einem Rechtsstaat nicht möglich seien.

Der Grüne Palmer steht vor allem in seiner Partei (Grüne) mit seiner Meinung zur Flüchtlingspolitik häufig alleine da und verärgert Parteikollegen, da er polarisiert.

Auch mit seiner Meinung zu den Vorkommnissen in Freiburg bezüglich der Gruppenvergewaltigung an einer 18-jährigen Studentin. Dazu sagte er: "So gab es das vorher nicht" (TAG24 berichtete).

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