Schock-Diagnose: Mann schwillt der Hoden auf 3,5 Kilo an, Gewebe verfault

Panama - In Panama ist einem Mann (43) der Hoden angeschwollen. Normalerweise würde jeder Geschlechtsgenosse in dieser Situation sofort zum Arzt gehen. Doch nicht der 43-Jährige.

Der Mann hatte jahrzehntelang mit dem geschwollenen Hodensack gelebt und unternahm nichts dagegen.
Der Mann hatte jahrzehntelang mit dem geschwollenen Hodensack gelebt und unternahm nichts dagegen.  © Urology Case Reports Volume 28, January 2020, 1010

Genau genommen unternahm der Mann: Nichts! Und so wuchs sein Hodensack in den vergangenen 30 Jahren immer weiter, bis er schließlich ein Gewicht von 3,5 Kilo erreicht hatte und so groß wie ein Fuball war. Wie gesagt, er suchte in all den Jahren nicht einmal einen Arzt auf.

Dem "Urology Case Reports" auf "ScienceDirect" ist zu entnehmen, dass er das erst tat, als er kaum noch gehen konnte und immer öfter auf die Hilfe seiner Mutter angewiesen war.

Im Krankenhaus dann die Schock-Diagnose!

Dort diagnostizierten die Ärzte ein so genanntes "idiopathischen Skrotalödem", also eine massive Schwellung des Hodensacks. Die Haut war zudem stark verdickt und zwei größere Wunden zu sehen, aus denen einen eitrige Flüssigkeit herauslief, die übel roch.

Auf Röntgenbildern von Bauchraum und Becken des Mannes entdeckten die Mediziner schließlich einen jahrzehntealten, unbehandelten Leistenbruch, in dessen Folge sich sein Darm teilweise durch die vordere Bauchwand wölbte und es schließlich zur Bildung des Lymphödems des Hodensacks kam.

Doch das ist noch nicht alles!

Bakterien zersetzten das Gewebe im Genitalbereich

Der Penis des Patienten war von der Gewebemasse umschlossen.
Der Penis des Patienten war von der Gewebemasse umschlossen.  © Urology Case Reports Volume 28, January 2020, 1010

Die Ärzte stellten bei dem Patienten auch noch ein so genanntes Fournier-Gangrän, auch Morbus Fournier genannt, fest, eine seltene Sonderform der nekrotisierenden Fasziitis des Leisten- und Genitalbereiches. Das heißt nichts anderes, als dass das Gewebe im Genitalbereich von Bakterien zersetzt wird und dann abstirbt.

Um die Infektion zu stoppen, eine Blutvergiftung bei dem 43-Jährigen zu verhindern und vor allem, um den betroffenen Hoden zu retten, war sofort eine Operation nötig, bei der noch weitere Wunden gefunden und weiteres totes Gewebe entfernt wurden. Sein Penis sei in der Masse regelrecht vergraben gewesen.

Am Ende brauchte es mehrere Operationen, um das überschüssige Gewebe vollständig abzutrennen, den Leistenbruch zu beheben und den Hodensack wieder herzustellen. Der Mann habe sich gut erholt und alle körperlichen Funktionen seien hergestellt.

Eine regelmäßige ärztliche Kontrolle wurde dem Mann auch empfohlen.

Titelfoto: Urology Case Reports Volume 28, January 2020, 1010

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