Panne bei Seebestattung: Niederländer (14) findet deutsche Urnen am Nordseestrand

Greifswald/Noordwijk - Wenn man dem Element Wasser auf so vielen Weisen verbunden ist, entscheidet man sich noch zu Lebzeiten eventuell für eine Seebestattung. Doch was passiert, wenn dabei eine unglaubliche Panne passiert und die Urnen plötzlich als Treibgut am Strand angespült werden?

Ein Seebestatter lässt in Höhe der ostfriesischen Insel Wangerooge eine Urne aus Muschelkalk in die Nordsee hinab. (Symbolbild)
Ein Seebestatter lässt in Höhe der ostfriesischen Insel Wangerooge eine Urne aus Muschelkalk in die Nordsee hinab. (Symbolbild)

So geschehen an der niederländischen Nordseeküste bei Noordwijk. Dort sind nun drei Urnen aus dem Krematorium in Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern) angespült worden. Ein peinlicher Fauxpas!

Die Urnen waren zur Seebestattung vorgesehen, wie die Ostsee-Zeitung am Mittwoch berichtete. Zuerst hat das niederländische Nachrichtenportal Kustennieuws über den Vorfall in den sozialen Netzwerken informiert.

Zunächst hatte der 14-jährige Maarten eine Urne am Strand von Noordwijk entdeckt. Unweit davon wurden von einem Fischer und einem anderen Spaziergänger zwei weitere Urnen gefunden.

Die niederländische Reederei Trip Scheepvaart in Scheveningen gestand ein, dass ein Fehler bei der geplanten Seebestattung unterlaufen sei. Der nasse Karton mit den Urnen sei einem Mitarbeiter von der Reling ins Meer gerutscht, sagte Silvia Roos von der Reederei der Deutschen Presse-Agentur. "Es tut uns sehr leid", so Roos gegenüber der OZ weiter.

Die Urnen sollten aus dem Karton genommen, geöffnet und die Asche bei einer sogenannten anonymen Bestattung, bei der die Angehörigen nicht mit dabei sind, im Meer verstreut werden.

"Wir haben viele Kunden aus Deutschland", so Roos. "Wir sind günstiger und das holländische Bestattungsgesetz ist nicht so kompliziert." Für die Angehörigen hat sich offenbar die Billigbestattung nicht ausgezahlt. Mittlerweile sind die Urnen wieder bei den Familien.


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