Russischer Panzer rollt durch die Neustadt

Sieht man auch nicht aller Tage, ein russischer Panzer in der Neustadt.
Sieht man auch nicht aller Tage, ein russischer Panzer in der Neustadt.

Von Eric Hofmann

Dresden - Ungläubige Blicke in der Dresdner Neustadt: Gegen 23 Uhr rollte plötzlich ein Panzer die Tannenstraße hinab und bahnte sich seinen Weg durch das Szene-Viertel.

„Bitte hier abstellen!“, „Oh, meine Amazon-Lieferung kommt“ oder „Die Russen kommen!“... Wo auch immer die Kampfmaschine auftauchte, erntete sie erstaunte Kommentare.

Zumindest der letzte Rufer hatte gar nicht mal so unrecht, denn auf dem Schwerlast-Transporter befand sich tatsächlich ein „Josef-Stalin III“.

Über die Tannenstraße gekommen fuhr er in die Kamenzer hinein, wo es erstmal nicht weiter ging. Er rangierte eine Weile und fuhr dann irgendwann über den Bischofsweg zur Königsbrücker Straße davon.

Der Panzer kam auf der Kamenzer Straße nicht weiter.
Der Panzer kam auf der Kamenzer Straße nicht weiter.

Tatsächlich war das Gefährt auf dem Weg zum Militärhistorischen Museum: „Der ist für unsere Ausstellung ,Achtung, Spione!“, erklärt Sprecher Martin Nagel (32).

„Ab dem Jahr 1945 war dieser Panzertyp verstärkt im Ostblock im Einsatz und der Westen hatte ziemlich Ehrfurcht vor ihm. Deshalb war er ein beliebtes Ziel der Geheimdienste.“

Warum fährt der Panzer dann aber durch die Neustadt? „Der Fahrer hat sich bestimmt verfahren, ich kann mir nicht vorstellen, dass die Kamenzer Straße auf dem Routenplan steht“, sagt Nagel.

„Das Gefährt ist eine Leihgabe des Militärhistorischen Instituts aus Prag. Bis zum 29. November wird er bei uns sein.“ Danach geht es wieder zurück nach Prag. Wahrscheinlich aber nicht wieder durch die engen Neustadt-Straßen...

Nach einem Wendemanöver konnte der Tieflader seine Fahrt fortsetzen.
Nach einem Wendemanöver konnte der Tieflader seine Fahrt fortsetzen.

Fotos: Peter Theeg


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