Schönheit um jeden Preis: Heftiger Optimierungswahn im Fantasyfilm "Paradise Hills"!

Dresden - Hochinteressant! Der Fantasyfilm "Paradise Hills" von Regisseurin Alice Waddington ("Disco Inferno") startet am 29. August in den deutschen Kinos und stellt vermeintliche Schönheitsideale kritisch in den Mittelpunkt.

Was führt die mysteriöse "Herzogin" (Milla Jovovich) nur im Schilde?
Was führt die mysteriöse "Herzogin" (Milla Jovovich) nur im Schilde?  © PR/MANOLO PAVON

Uma (Emma Roberts) ist die Hauptfigur. Sie erwacht schmuddelig in einem hellen Raum voller Baumtapeten.

Ihr wird Essen ans Bett gebracht, doch Uma ist völlig verstört: Wo zum Teufel ist sie hier gelandet?

Auf der Insel "Paradise Hills", einem modernen Erziehungscamp für junge, reiche Frauen, die hier von ihrer Familie hingeschickt werden, um schöner zu werden - vor allem äußerlich, aber auch innerlich!

Uma startet einen Fluchtversuch, hat aber keine Möglichkeit zu entkommen, weshalb auch die schöne und bekannte Sängerin Amarna (Eiza González) sie ausliefert, sich später aber als Verbündete herausstellt.

Sie und auch Umas Zimmernachbarinnen Yu (Awkwafina) und Chloe (Danielle Macdonald) halten zusammen. Denn die mysteriöse "die Herzogin" (Milla Jovovich) ist nur an der Oberfläche freundlich.

Schnell lernen die vier Freundinnen deshalb hinter den schönen Schein der prunkvollen Anlage zu schauen und entdecken dabei schreckliche Dinge...

"Paradise Hills" spart nicht an Gesellschaftskritik

Uma (Emma Roberts) ahnt, dass auf der Insel einiges schief läuft.
Uma (Emma Roberts) ahnt, dass auf der Insel einiges schief läuft.  © PR/MANOLO PAVON

Diese Geschichte hat Waddington hervorragend umgesetzt. Mit einem entlarvenden Blick geht sie den Schönheitsidealen der heutigen Zeit sowie dem Optimierungswahn auf den Grund und spinnt daraus eine ganz eigene, überzeugende Version und Vision mit drastischem Einschlag.

Sie hält der Gesellschaft gekonnt den Spiegel vor Augen und deckt dabei viele Fehler auf, die sie geschickt in den fließend erzählten Film einarbeitet.

Waddington plädiert außerdem noch dafür, alles kritisch zu hinterfragen und zu rebellieren, wenn es nicht mit rechten Dingen zugeht.

All diese Aspekte (und noch viele mehr) fügen sich nahtlos in die fabelhafte Erzählung ein. Der Regisseurin gelingt dabei das Kunststück, ihr Werk ausgewogen zu halten und eben nicht zu überfrachten.

Zusätzlich dürfen sich die Zuschauer auch noch auf die ein oder andere überraschende Wendung freuen.

Darüber hinaus weiß "Paradise Hills" auch optisch zu begeistern. Sowohl das Szenenbild, als auch die herrlichen Kostüme verzaubern mit ihren Schnörkeln, Details und ihrer Farbenpracht. Auch die exotischen, sonnigen Locations tragen zur fesselnden Atmosphäre bei.

Emma Roberts und Milla Jovovich zeigen gute Leistungen in "Paradise Hills"

Dank Amarna (Eiza González), die schon länger in "Paradise Hills" ist, finden sich die Freundinnen schneller zurecht.
Dank Amarna (Eiza González), die schon länger in "Paradise Hills" ist, finden sich die Freundinnen schneller zurecht.  © PR/MANOLO PAVON

Diese ist außerdem unterschwellig bedrohlich, weil es auf der Insel erkennbar nicht mit rechten Dingen zugeht. Das wird gerade in Szenen mit der Herzogin deutlich.

Neben all diesen Aspekten sind auch die Spezialeffekte erstklassig geraten und fügen sich wie auch die stimmige Musikuntermalung nahtlos in den Film ein.

So stören auch kleinere Holprigkeiten des Drehbuchs und beim Schnitt nicht, weil der Rest des Filmes dafür zu gut ist.

Des Weiteren überzeugen die Schauspieler. Allen voran Emma Roberts ("Wir sind die Millers"), die ihre anspruchsvolle Rolle bis ins letzte Detail ausfüllt.

An ihrer Seite rufen auch Macdonald ("Skin"), González ("Fast & Furious: Hobbs & Shaw"), Awkwafina ("Ocean's Eight") und Jovovich ("Resident Evil") gute Leistungen ab und runden das Gesamtkunstwerk damit gekonnt ab.

So ist "Paradise Hills" ein erstaunlich guter Vertreter seiner Zunft geworden. Der Fantasyfilm erzählt eine interessante Geschichte voller wichtiger Botschaften, weiß visuell zu überzeugen und schreckt auch vor Gesellschaftskritik nicht zurück. So sieht man gerne über die ein oder andere kleine dramaturgische Schwäche hinweg.

Auch Chloe (r., Danielle Macdonald) und Yu (Awkwafina) sind in dem Erziehungscamp gelandet, um "besser" zu werden.
Auch Chloe (r., Danielle Macdonald) und Yu (Awkwafina) sind in dem Erziehungscamp gelandet, um "besser" zu werden.  © PR/MANOLO PAVON

Titelfoto: PR/MANOLO PAVON

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