Nach "Gelber" Wut: Macron macht Geldgeschenke

Paris - Er musste in seiner Ansprache an die Nation etwas anbieten: Und das tat der französische Präsident Emmanuel
Macron
(40). Aber ob es ausreicht, das Land zu befrieden?

Von sehr vielen erwartet: Die TV-Ansprache des französischen Präsidenten Emmanuel Macron.
Von sehr vielen erwartet: Die TV-Ansprache des französischen Präsidenten Emmanuel Macron.  © DPA

Es steht viel auf dem Spiel für den jungen Präsidenten. Vier Samstage lang stand Frankreich nicht still. Proteste der "Gelbwesten" haben das "Land der Liebe" in eine Krise gestürzt. Nun - endlich - hielt der Präsident seine Rede. Er ist zahlreich dafür kritisiert worden, im Hintergrund geblieben zu sein... Nun hieß es "abliefern", befrieden, einen.

So sprach er am Montagabend über den Mindestlohn und Steuererleichterungen: Nach den wochenlangen Protesten ging Präsident Macron im Fernsehen - gesendet aus dem Élyséepalast - auf die "Gelbwesten" zu.

Die Gewalt auf den Straßen verurteilte er. Macron hat der "Gelbwesten"-Bewegung aber auch Zugeständnisse gemacht:

In der Rede an die Nation, die im ganzen Land gespannt erwartet wurde, kündigte er an, den Mindestlohn zu erhöhen. Dieser soll ab 2019 um 100 Euro monatlich steigen. Diese war eine der Haupt-Forderungen der "gelben" Protestbewegung.

Außerdem soll es laut Macron schnelle Steuererleichterungen geben. Auf Überstunden werden keine Steuern oder Sozialabgaben erhoben.

Ferner strebt der Staatschef eine Entlastung für Rentner an, die unter 2000 Euro monatlich zur Verfügung haben. Für diese werde die für 2019 geplante Erhöhung der Sozialabgaben ausgesetzt.

Macron übernimmt "Teil der Verantwortung" und zeigt "Verständnis"

Feuerwehrleute löschen während der Proteste und Ausschreitungen der "Gelbwesten" in Paris ein brennendes Auto.
Feuerwehrleute löschen während der Proteste und Ausschreitungen der "Gelbwesten" in Paris ein brennendes Auto.  © DPA

Macron betonte auch, dass er für die aktuelle Krise einen "Teil der Verantwortung" übernimmt.

Er kritisierte jedoch ebenso die "unzulässige Gewalt" bei Protesten gegen seine Politik und versprach, die Ruhe mit "allen Mitteln" wiederherzustellen.

Macron zeigte Verständnis für die Franzosen, "die hart arbeiten und trotzdem nicht über den Monat kommen". Er sprach in diesem Moment auch von Alleinerziehenden, aber auch Familien mit vielen Kindern und Behinderten.

Die Proteste hatten vor etwa vier Wochen in abgehängten Provinzen begonnen und entwickelten sich zu Ausschreitungen in der Hauptstadt. Am vergangenen Samstag waren erneut weit mehr als 100.000 Menschen auf den Straßen, davon mindestens 10.000 in der Hauptstadt (TAG24 berichtete).

Ihre Teilnehmer werden "Gelbwesten" genannt, weil viele von ihnen Warnwesten tragen. Zunächst richteten sich die Proteste gegen eine geplante Kraftstoffsteuererhöhung, die die Regierung bereits verschoben hat.

"Ich weiß, dass ich einige von Ihnen mit meinen Bemerkungen verletzt habe."

Der französische Präsident Emmanuel Macron (40) lächelte vor seiner Fernsehansprache.
Der französische Präsident Emmanuel Macron (40) lächelte vor seiner Fernsehansprache.  © DPA

Viele bezweifeln, dass die Zugeständnisse Macrons und der Mitte-Regierung von Premier Édouard Philippe ausreichen, um den Flächenbrand im Land zu löschen.

Denn die im Land geäußerten Forderungen umfassen auch die Wiedereinführung der weitgehend abgeschafften Vermögensteuer für wohlhabende Bürger - und das lehnt Macron ab. Neue Proteste an diesem Samstag sind bereits absehbar.

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