Einbürgerung verwehrt, weil Muslima keine Hand gibt

Paris/Frankreich - Selbst am Tag der Zeremonie ihrer Einbürgerung hat eine Muslima den Handschlag mit Männern verweigert. Das hat harte Konsequenzen für sie.

Wegen religiösen Glaubens gab eine Muslima einem Politiker nicht die Hand - daraufhin wurde sie nicht eingebürgert.
Wegen religiösen Glaubens gab eine Muslima einem Politiker nicht die Hand - daraufhin wurde sie nicht eingebürgert.  © DPA

Am Donnerstag wurde in Frankreich ein Urteil gefällt: Einer algerischen Muslimin ist die französische Staatsbürgerschaft verweigert worden, weil sie bei der Zeremonie zu ihrer Einbürgerung den Handschlag mit Männern verweigert hatte.

Dieses Urteil fällte das höchste französische Verwaltungsgericht. Die Pariser Richter wiesen damit auch in letzter Instanz die Berufung der Frau zurück.

Die mit einem Franzosen verheiratete Algerierin sollte bereits im Juni 2016 eingebürgert werden. Aber bei jener Einbürgerungszeremonie im Departement Isère weigerte sie sich, dem zuständigen Beamten und einem Lokalpolitiker die Hand zu geben.

Bei ihrer Weigerung berief sie sich auf ihren "religiösen Glauben", der verbiete ihr, fremde Männer zu berühren.

Die Regierung gab ihr daher die französische Staatsbürgerschaft nicht: Das Verhalten der Frau zeige, dass sie "nicht in die französische Gesellschaft integriert" sei. Dagegen war die Frau vor Gericht gegangen.

Das Bußgeld will ein Geschäftsmann aus Algerien tragen. (Symbolbild)
Das Bußgeld will ein Geschäftsmann aus Algerien tragen. (Symbolbild)  © DPA

Auch in Deutschland gibt es um die Burka bzw. religiöses Verhalten immer wieder kontroverse Diskussionen.

So wollte NRW-Justizminister Peter Biesenbach (CDU) im Februar mit einer Gesetzesinitiative die Einführung eines Verbots der Gesichtsverhüllung während einer Gerichtsverhandlung erwirken. Das Verbot solle für alle am Verfahren Beteiligten gelten, auch für Zeugen und Zuschauer (TAG24 berichtete).

Die hessische FDP forderte Ende Januar ein Verbot von Burkas in Klassenzimmern. Das Verbot existierte bereits. Es sei "seit 2012 durch einen Erlass des Hessischen Kultusministeriums eindeutig geregelt, dass Schülerinnen und Schüler ihr äußeres Erscheinungsbild im Unterricht nicht durch das Tragen einer religiösen Vollverschleierung wie einer Burka oder Nikab verdecken dürfen."

Ende vergangenen Jahres sind wegen des Vermummungsverbots im Straßenverkehr in Hessen zwei Bußgelder verhängt worden.

Das entsprechende Gesetz sieht ein Bußgeld von 60 Euro vor und gilt seit dem 19. Oktober 2017. In einem der beiden Fälle geht es um eine Frau, die in Offenbach mit einem Gesichtsschleier, einem Nikab, am Steuer saß. Der Fall wurde bekannt, weil ein algerischer Geschäftsmann öffentlich ankündigte, das Bußgeld zu übernehmen (TAG24 berichtete).


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0