Missbrauchsopfer bei Parkeisenbahn schreibt bewegenden Brief

Während am Mittwoch das Gutachten über Missbrauchsfälle bei der Parkeisenbahn vorgestellt wird, veröffentlichte ein Opfer einen offenen Brief im Internet.
Während am Mittwoch das Gutachten über Missbrauchsfälle bei der Parkeisenbahn vorgestellt wird, veröffentlichte ein Opfer einen offenen Brief im Internet.  © DPA

Dresden – Mittwoch wird die Dresdner Parkeisenbahn das angekündigte Gutachten zu den Missbrauchsfällen in ihren Reihen vorstellen.

Knapp ein Jahr nach Bekanntwerden des sexuellen Missbrauchs eines Jungen durch einen früheren Angestellten der Dresdner Parkeisenbahn steht damit fest, ob das ein Einzelfall war. Das externe Gutachten dazu liegt jetzt vor.

Über Jahre war Henry (heute 17, Name geändert) von Thilo H. (gest. 38), Bahnhofsleiter und aktives Mitglied im Förderverein, missbraucht worden. Allerdings sollen bei der Aufarbeitung die Befragungen durch den Rechtsanwalt Thomas Giesen (70), von 1992 bis 2003 sächsischer Datenschutzbeauftragter, abrupt beendet worden sein.

Henry hat sich entschieden, mit einem Appell an die Öffentlichkeit zu gehen. Diesen veröffentlichte er auf einer Internetseite, und schreibt, wie schwer es ist, als Opfer von sexuellem Missbrauch über sein Schicksal zu sprechen, sich überhaupt Hilfe zu holen:

"Ein Mensch, der dort für mich verantwortlich war, der dort auf mich aufpassen sollte, hat ganz andere Dinge mit mir gemacht.Dinge unter denen ich heute noch leide. Dinge über die ich nicht reden konnte. Er hat mich angefasst, nicht weil ich es wollte, sondern weil er das toll fand. Er hat mich missbraucht. Warum ich darüber nicht reden konnte? Ich weiß es nicht – vielleicht, weil es peinlich war, vielleicht weil ich Angst hatte, dass er sich umbringen würde. Vielleicht weil ich es selber nicht wahrhaben wollte."

Er will mit seinem Appell auch anderen Opfern Mut zusprechen und fordert darin Erwachsene auf, nicht einfach wegzusehen.

Titelfoto: DPA


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