Noch mehr Kinder bei Parkeisenbahn missbraucht?

Offenbar war der jahrelange Missbrauch eines Jungen bei der Parkeisenbahn kein Einzelfall.
Offenbar war der jahrelange Missbrauch eines Jungen bei der Parkeisenbahn kein Einzelfall.  © Norbert Neumann

Dresden – Vor wenigen Wochen schockierte die Meldung, dass der 38-jährige Parkeisenbahnmitarbeiter Tilo H. über Jahre einen Jungen missbrauchte. Nachdem er aufgeflogen war, nahm er sich das Leben (TAG24 berichtete). Ein Einzelfall, glaubte man damals. Wie es scheint, war das ein Irrtum.

Wie die Sächsische Zeitung berichtet, gibt es weitere Fälle von sexuellem Missbrauch unter den Parkeisenbahnern. Die Zeitung beruft sich dabei auf eine interne Dokumentation der Schlösserverwaltung, zu der die Eisenbahn im Großen Garten gehört. Demnach sollen noch zwei weitere Kinder von Tilo H. mindestens unangemessen berührt worden sein.

So hat sich unter anderem die Familie eines heute 19-Jährigen gemeldet, der wohl auch von Tilo H. missbraucht wurde. Allerdings schweigt das Opfer selbst zu dem Verdacht. Er könnte traumatisiert sein.

Bei einer schriftlichen Befragung von Parkeisenbahnkindern sind zwei weitere Verdachtsfälle ans Licht gekommen, bei denen andere Mitarbeiter den Kindern zu nahe gekommen sein sollen. Diese seien aber strafrechtlich nicht relevant, sagte Uli Kretschmar, Sprecher der Schlösserverwaltung zur SZ.

Darunter soll auch ein Fall sein, bei dem 2012 ein ehemaliger Lokführer Sex mit einer 15-Jährigen in den Umkleideräumen gehabt haben soll. Außerdem sollen sich die beiden heimlich nach Mitternacht getroffen haben. Als das raus kam, wurde der Lokführer, der damals Ende 20 war entlassen. Er selber bestreitet die Vorwürfe.

Von den Fällen wusste die Schlösserverwaltung nach eigener Aussage bis zum Beginn der jetzigen Aufarbeitung nichts. Derzeit wird an einem Konzept gearbeitet, welches derartige Fälle in Zukunft verhindern soll.

Im Dezember 2016 wurde ein Konzept zum besseren Schutz der Kinder bei der Parkeisenbahn vorgestellt. Im Rahmen der Aufarbeitung kamen neue Verdachtsfälle ans Licht.
Im Dezember 2016 wurde ein Konzept zum besseren Schutz der Kinder bei der Parkeisenbahn vorgestellt. Im Rahmen der Aufarbeitung kamen neue Verdachtsfälle ans Licht.  © Norbert Neumann

Titelfoto: Norbert Neumann


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