Parteien warnen vor AfD als Oppositionsführer im Bundestag

Ein Gegendemonstrant hält am Rande einer Wahlkampfveranstaltung der AfD ein Schild mit der Aufschrift "Habt keine Angst!" in der Hand.
Ein Gegendemonstrant hält am Rande einer Wahlkampfveranstaltung der AfD ein Schild mit der Aufschrift "Habt keine Angst!" in der Hand.  © DPA

Berlin - Die AfD genießt keinen guten Ruf unter Politik-Kollegen. Die Wähler indes sind zwiegespalten. Die einen hassen, die anderen sympathisieren, wobei letzteres immer stärker zu werden scheint und den Rechtspopulisten den Umfragen zufolge einen Einzug in den Bundestag bescheren wird. Für CDU, SPD & Co Grund genug vor diesem Szenario kurz vor der Bundestagswahl erneut zu warnen, wie der Tagesspiegel berichtet.

In weniger als einer Woche wird gewählt und kaum eine Partei profitiert in den letzten Tagen so sehr wie die AfD. Trotz ihrer umstrittenen Äußerungen und Ansichten gewinnt die Partei weiter an Fahrt und könnte sogar als drittstärkste Kraft in den Bundestag einziehen.

Dies soll verhindert werden. Die Parteien verschärfen ihre Warnungen. "Wir sprechen nicht mehr von Rechtspopulisten. Wir haben es mit handfesten Rechtsextremisten zu tun“, sagte der SPD-Generalsekretär Hubertus Heil (44) am Montag in Berlin. Auch der FDP-Bundesvorsitzende Christian Lindner (38) kritisierte die AfD: "Die wollen Europa sprengen. Die machen Einwanderungspolitik mit Ressentiments und bis an die Grenze des Rassismus".

Und Kanzleramtschef Peter Altmaier (59, CDU) spricht auf Spiegel Online von "rassistischen Gedankengut", das immer wieder entlarvt werden wird.

Wird die AfD in den Bundestag einziehen? Aktuelle Umfragen sagen "ja".
Wird die AfD in den Bundestag einziehen? Aktuelle Umfragen sagen "ja".  © DPA (Bildmontage)

Die AfD könnte zum neuen politischen Player Deutschlands aufsteigen. In aktuellen Umfragen steht die Partei bei mehr als zehn Prozent und rangiert hinter CDU und SPD. Dennoch wird von den Wahlforschern ein Kopf-an-Kopf-Rennen vor allem mit der FDP um den Posten des Oppositionsführers vorausgesagt. Aktuell sieht es allerdings nach der AfD aus, was zudem traditionell den Vorsitz im Haushaltsausschuss bedeuten würde.

"Die AfD als Oppositionsführerin im Bundestag – das wäre gruselig", sagte die Linken-Fraktionsgeschäftsführerin im Bundestag, Petra Sitte (56). Über 70 Sitze können nach der Bundestagswahl an die AfD gehen. Für Sitte unvorstellbar, würde der Einzug für sie einen Verfall der politischen Kultur bedeuten.

Der Theologe und Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer warnte im Deutschlandfunk vor der Stigmatisierung der AfD. Vielmehr muss die Partei "ganz klar inhaltlich" gestellt werden, um sie zu verstehen und die Wähler nicht zu diffamieren. Man dürfe sich "vom Hass nicht anstecken lassen".

Titelfoto: DPA (Bildmontage)


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0