Flirt-Agentur: Satte Rechnung statt heißer Liebe

Diese Kontaktanzeige lockte Witwer Detlef S. (59) in die Falle.
Diese Kontaktanzeige lockte Witwer Detlef S. (59) in die Falle.

Von Torsten Hilscher

Dresden - Er wollte doch nur nicht mehr allein sein. Darum kontaktierte Witwer Detlef S. (59) eine Partnervermittlung. Statt süßer Liebe gab’s nur eine gepfefferte Rechnung. Nun hat das Landgericht die Sache salomonisch gelöst.

Detlef S. kann es noch immer nicht fassen: „Ich war so dumm. Aber man hat mir Honig ums Maul geschmiert.“

Er fühlte sich so einsam - erst ein Dreivierteljahr vorher war nach 27 Jahren Ehe seine Frau verstorben.

Darum wollte er im Sommer 2013 „Ramona“ kennen lernen. Die Frau aus einer Annonce.

Aufgegeben hatte die Anzeige eine Firma, die mit mehreren Namen agierte. Mal mit Sitz in Eisleben, mal mit Adresse bei Halle.

Statt einer neuen Frau gab es lediglich eine ordentliche Rechnung.
Statt einer neuen Frau gab es lediglich eine ordentliche Rechnung.

Zu S. aber kam statt „Ramona“ eine Dame, die sagte: „Ramona“ sei nicht vermittelbar, aber ein 4-Monatsvertrag bringe vielleicht süßen Ersatz.“

S. schlug ein und übergab seine Ersparnisse. Immerhin 2400 Euro.

Kurz darauf wurde er misstrauisch und widerrief den Vertrag. Das Schreiben kam aber als „nicht zustellbar“ zurück. Auch ein nachgesandtes Fax lief fehl.

Darum verklagte S. die Vermittlung.

Das Landgericht entschied nun: Von seinen 2400 Euro bekommt S. nur 1600 wieder.

Denn zum Kontakt mit immerhin zwei Frauen hatte man ihm nach Vertragsschluss verholfen.

„Ramona“ übrigens schaltet heute noch immer Anzeigen …

Fotos: Ove Landgraf


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