Wird Berlin zum Kaff? Kult-DJ Dr. Motte sieht Club-Kultur in Gefahr

Berlin - Eine geräumte Party erhitzt die Gemüter. Eigentlich sollte Dr. Motte bei einer Firmenfeier auflegen, doch dazu kam es nicht. Wegen Anwohnerbeschwerden rückte die Polizei an. Vollkommen in Ordnung? Oder wird Berlin spießig?

Dr. Motte sollte eigentlich auch auf der Firmenfeier auflegen. (Bildmontage)
Dr. Motte sollte eigentlich auch auf der Firmenfeier auflegen. (Bildmontage)  © DPA/Screenshot Lars Eidinger

Aus Sicht des Techno-Pioniers ist es für die Elektroszene mittlerweile schwierig geworden.

Vor 30 Jahren habe es Probleme wie Lärmbeschwerden und steigende Mieten noch nicht gegeben, sagte Dr. Motte der Deutschen Presse-Agentur. "Und jetzt ist unsere elektronische Musikkultur in Gefahr."

Nach seinen Angaben räumte die Polizei kürzlich eine Firmenfeier, bei der er auflegen sollte. Auch Schauspieler Lars Eidinger war da. Der Grund für die Auflösung: Ruhestörung. Darüber hatten die Zeitungen "Bild" und "B.Z." berichtet.

Die Berliner Polizei gab nur an, in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag eine Feier in Berlin-Mitte aufgelöst zu haben.

Anwohner hätten sich wiederholt über laute Musik beschwert, sagte ein Polizeisprecher. Er machte keine Angaben zu den Gästen der Veranstaltung.

Loveparade-Gründer Dr. Motte sagte, er könne beide Seiten verstehen: Die einen wollten feiern und die anderen ihre Ruhe. Da müsse man sich an einen runden Tisch setzen. Man müsse auch darüber diskutieren, welchen Stellenwert Musik habe. "Musik ist Kultur und kein Lärm."

In der B.Z äußerte er sich besorgt über die Entwicklung der Hauptstadt. "Das Problem haben wir ja schon länger in Berlin. Dass wir hier eine Entwicklung haben, die, wie viele Berliner sagen, in Richtung 'Schwabylon' geht. Eine Mischung aus Schwabenland und Babylon."

Bei Instagram postete er ein Bild von Polizisten auf einer Party. Schauspieler und Immer-mal-wieder-DJ Eidinger veröffentlichte ein Video. "Erst wenn die letzte Party geräumt und der letzte Club geschlossen ist, werdet ihr merken, dass Berlin zu dem Kaff geworden ist, aus dem ihr gekommen seid", stand in seinem Post.

Titelfoto: DPA/Screenshot Lars Eidinger

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