Rückkehr von Aue-Stürmer Testroet nach Dresden: "Das krasseste Spiel in meinem Leben!"

Aue/Dresden - Sein Wechsel nach dem ersten Spieltag der Saison löste ein Donnergrollen in der Landeshauptstadt aus. Ausgerechnet Publikumsliebling Pascal Testroet wechselte von Dynamo Dresden zum Erzrivalen FC Erzgebirge Aue. Jetzt kehrt er für 90 Minuten an die Elbe zurück, zum Sachsenderby. Für den 28-Jährigen eine verrückte Partie, wie er zugibt.

Am 16. April 2016 feierte Pascal Testreot nach dem 2:2 in Magdeburg zusammen mit Justin Eilers und Dynamo den Aufstieg in die 2. Bundesliga.
Am 16. April 2016 feierte Pascal Testreot nach dem 2:2 in Magdeburg zusammen mit Justin Eilers und Dynamo den Aufstieg in die 2. Bundesliga.  © Imago

"Von der Emotionalität her wird es das krasseste Spiel in meinem Leben", sagt er und holt tief Luft. Es ist Testroet anzusehen, dass ihm das Match nicht einerlei ist. Er hatte drei tolle Jahre in Dresden, schoss Dynamo zusammen mit Justin Eilers zurück in die 2. Liga.

In der ersten Zweitliga-Saison traf er noch dreimal, das letzte Mal im Dezember 2016. Danach nicht wieder. Das lag auch an seiner schweren Knieverletzung zum Saisonstart 2017/18 gegen den MSV Duisburg.

Erst spät in der Rückrunde kam er wieder, in den Herzen der Dynamo-Fans war "Paco" trotzdem immer.

Und dann geht er nach Aue, weil Ex-Coach Uwe Neuhaus nicht mehr auf ihn setzte. "Der Wechsel war schon etwas Besonderes. Ich weiß ja auch, dass beide Vereine Erzrivalen sind. Ich habe keine Ahnung, was mich erwartet, habe für Dynamo bis zur letzten Sekunde alles gegeben. Nach meinem Wechsel kamen auch viele positive Stimmen. Trotzdem erwarte ich Pfiffe. Mit einem Sieg wieder wegfahren zu können, wäre das Schönste", lacht der Torjäger.

In Ingolstadt erzielte Pascal Testroet (l.) sein erstes Zweitliga-Tor für den FC Erzgebirge.
In Ingolstadt erzielte Pascal Testroet (l.) sein erstes Zweitliga-Tor für den FC Erzgebirge.  © Picture Point

In Aue ist Testroet längst angekommen und auf dem Weg, sich auch dort in die Herzen der Fans zu kicken. In acht Punktspielen traf er dreimal. Schon von daher hat er seinen Weg ins Erzgebirge - dort wohnt er inzwischen auch - nie bereut.

"Es ist in Aue sicherlich alles eine Nummer kleiner, familiär, herzlich. Aber das Wichtigste ist der Sport. Ich durfte bisher immer spielen, bin wichtig für den Verein. Deshalb geht es mir auch gut", grinst Testroet.

Seine Zeit in Dresden will "Paco" dennoch nicht missen. "Ich bin in den letzten drei Jahren einiges gewöhnt, was Fans angeht, auch verwöhnt. Wenn dir bei fast jedem Heimspiel 30000 zujubeln, dann ist das schon was Einzigartiges. Das ist das, was den Fußball ausmacht."

Nach dem Derby will Testroet aber mit den knapp 3000 Aue-Fans, die im Rudolf-Harbig-Stadion sein werden, jubeln. In der vergangenen Saison verlor der FCE bei Dynamo sang- und klanglos mit 0:4.

Beim Fan-Stammtisch in der Vorwoche ermunterten die lila Anhänger ihren "Paco" und erzählten ihm, dass der FCE seit der Wende nie zweimal in Folge in Dresden verloren hat ...

Pascal Testroet in seinem ehemaligen "Wohnzimmer", dem Dresdner Fußballtempel. Dorthin, wo 2015 alles begann, kehrt er jetzt mit Aue zurück.
Pascal Testroet in seinem ehemaligen "Wohnzimmer", dem Dresdner Fußballtempel. Dorthin, wo 2015 alles begann, kehrt er jetzt mit Aue zurück.  © Robert Michael

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