Schüler zu Tode geprügelt: Härtere Bestrafung der Täter gefordert

Karlsruhe/Passau - Knapp zwei Jahre nach dem Prügeltod eines 15 Jahre alten Schülers in Passau (TAG24 berichtete) drohen den beiden mutmaßlichen Haupttätern schärfere Strafen.

Einer der insgesamt vier Angeklagten sitzt im Verhandlungssaal des Landgerichts. (Archiv)
Einer der insgesamt vier Angeklagten sitzt im Verhandlungssaal des Landgerichts. (Archiv)  © Armin Weigel/dpa

Ihnen muss wahrscheinlich am Landgericht neu der Prozess gemacht werden, wie sich am Donnerstag in der Revisionsverhandlung des Bundesgerichtshofs (BGH) in Karlsruhe abzeichnete.

Die obersten Strafrichter halten es für möglich, dass die Schläge als vorsätzliches Tötungsdelikt zu werten sind. Das Urteil soll am 2. April verkündet werden.

Der Tod des 15-Jährigen hatte im April 2018 weit über Passau hinaus Entsetzen ausgelöst. Maurice K. hatte sich mit einem Gleichaltrigen, den er nicht leiden konnte, in der Innenstadt zu einer Schlägerei vor Schaulustigen verabredet. Als ihn drei weitere Kontrahenten angingen, eskalierte die Situation.

Kinder auf offener Straße erschossen: Psychisch Instabiler verschanzt sich
Mord Kinder auf offener Straße erschossen: Psychisch Instabiler verschanzt sich

Ein zehn Jahre älterer, durchtrainierter Mann versetzte ihm zwei heftige Schläge an die Schläfe und in den Bauch. Dann bekam K., der nur noch benommen an einer Schaufensterscheibe lehnte, von seinem ursprünglichen Gegner noch einmal drei wuchtige Schläge gegen den Kopf. Dem Schüler versagten die Reflexe, er erstickte nach einem Nasenbeinbruch am eigenen Blut.

Das Landgericht Passau hatte im Januar 2019 den 25-Jährigen zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Der 16-jährige Gegner und zwei andere junge Schläger bekamen Jugendstrafen auf Bewährung.

Nach Ansicht der Bundesanwaltschaft hätte der Älteste vorhersehen müssen, dass der ursprüngliche Gegner noch einmal nachsetzen würde. Von Schlägen gegen den Kopf gehe immer Todesgefahr aus - das hätten beide in Kauf genommen. Die Verteidigung führte an, dass K. nicht nach außen sichtbar geblutet habe. Er sei nur lethargisch gewesen.

Die dritte verhandelte Verurteilung dürfte wohl Bestand haben. Die vierte Strafe ist schon rechtskräftig. Revision eingelegt hatten die Staatsanwaltschaft, die Eltern des Opfers und zwei der Angeklagten.

Auf die Verurteilten könnten nun noch härtere Strafen zukommen. (Archiv)
Auf die Verurteilten könnten nun noch härtere Strafen zukommen. (Archiv)  © Armin Weigel/dpa

Titelfoto: Armin Weigel/dpa

Mehr zum Thema Gerichtsprozesse München:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0