Mann lässt sich Tattoo stechen und wird brutal verprügelt

Sihanoukville (Kambodscha) - Auf der Stirn eines ausgewanderten Briten ist in großen chinesischen Schriftzeichen "Taiwan" zu lesen. Es ist das Resultat einer durchzechten Nacht. Nun wurde dem Mann sein Tattoo zum Verhängnis.

Paul Ferrell musste einiges einstecken.
Paul Ferrell musste einiges einstecken.  © Twitter/Screenshot

Die geschichtlich vorbelasteten Beziehungen zwischen China und Taiwan sind nicht die besten, weshalb das Motiv offenbar dafür sorgte, dass eine Gruppe von mindestens zehn Chinesen in der Kleinstadt Sihanoukville in Kambodscha sich angegriffen fühlte. Dies berichtet TaiwanNews.

Ferrell, der bereits von seiner Frau aufgrund des Kunstwerks in seinem Gesicht eine volle Breitseite abbekommen hatte, konnte sogar eigentlich noch eine Fahne Taiwans auf dem Kinn vorweisen, diese war jedoch inzwischen entfernt worden.

Als er in einer Bar Platz genommen und seinen Hut abgesetzt hatte, wurden die Reste auf der Stirn sichtbar. Dies reichte den Chinesen bereits. Es folgte eine kurze Diskussion auf Mandarin.

Als Ferrell dann auch noch die Aussage, dass das Land, in dem er seit 14 Jahren lebt, zu China gehören würde, ablehnte, geriet die Situation komplett aus dem Ruder. Unter anderem wurde mit Stangen auf den Briten eingeschlagen.

Er berichtete in der Folge, dass er irgendwann aus Furcht um sein Leben in Mandarin eingelenkt habe: "Okay, ihr denkt, dass Taiwan zu China gehört, ich sage auch Taiwan gehört zu China. Ich will nur gehen."

Der Brite hatte sich ein Taiwan-Tattoo stechen lassen.
Der Brite hatte sich ein Taiwan-Tattoo stechen lassen.  © Twitter/Screenshot

Nachdem die Männer von ihm abgelassen hatten und er die Bar verlassen konnte, stellte Ferrell fest, dass er nicht nur viele blaue Flecken und zudem überall am Körper blutende Wunden aufwies, sondern auch mehrere Zähne gelitten hatten.

Einer wurde ihm gar komplett ausgeschlagen. Er habe seinen Mund deshalb nicht richtig schließen können, berichtete der Mann von der Insel weiter.

Seinen Hut oder eine andere Kopfbedeckung werde er in Zukunft nicht mehr abnehmen, sagte Ferrell. Außerdem will er andere Menschen durch sein Schicksal warnen: "Seid vorsichtig Taiwaner, wenn ihr unterwegs seid."

Es seien jedoch nicht alle Chinesen gleich. "Ich habe in der Tat auch viele nette Chinesen hier in Kambodscha getroffen", erklärte das Opfer. "Es braucht aber nur eine Gruppe, die nicht so freundlich ist, und schon hat man Ärger."

Ein unbeschriebenes Blatt ist der Brite selbst allerdings auch nicht unbedingt. Im Jahr 2015 hatte er betrunken einen Moltow-Cocktail im Streit über einen Hamburger in ein Restaurant geworfen, es folgten weitere Festnahmen wegen Trunkenheit in den Jahren danach.