Aues neuer Abwehrchef wäre fast in Mattersburg gelandet

An ihm kommt so schnell keiner vorbei! Pawel Baranowski köpft den Ball weg.
An ihm kommt so schnell keiner vorbei! Pawel Baranowski köpft den Ball weg.

Von Andrzej Rydzik und Thomas Nahrendorf

AUE - „Glück auf“, sagt er und strahlt. Seine ersten deutschen Wörter hat er gelernt. Die beiden wichtigsten in Aue: Pawel Baranowski (24).

Er ist ein Mann vom Typ deutsche Eiche. Aber Baranowski (24) ist aus Polen, gilt als hoffnungsvolles Talent. Er hatte einige Angebote von Erstligisten, wollte aber ins Ausland.

So wechselte er von Erstliga-Absteiger GKS Belchatow nach Aue - und schlug gleich richtig ein.

Mit Nebenmann Steve Breitkreuz machte das 1,92 Meter große Kraftpaket in der „Veilchen“-Abwehr die Schotten dicht. Baranowski ist der bisher letzte Neuzugang in Aue, wäre aber fast in Österreich gelandet.

„Ich hatte schon beinahe bei Bundesliga-Aufsteiger Mattersburg unterschrieben, habe dort auch ein Testspiel mitbestritten. Zeitgleich kam das Angebot aus Aue. Ich habe mich dann für den FCE entschieden, weil das Gesamtpaket einfach besser passte“, sagt der 24-Jährige. Daher ging alles schnell, statt Mattersburg nun Aue.

Er hatte nur eine kurze Eingewöhnungsphase, ist noch nicht einmal zwei Wochen im Erzgebirge. In Jena spielte er zum ersten Mal und war danach für den Auftakt gegen Osnabrück gesetzt. „Ich war gleich von Aue begeistert, vor allem von den Fans. Hier waren 8800 Zuschauer. In Polen in der dritten Liga kommen zu einem interessanten Derby vielleicht 2000“, zollte er Lob für die Anhängerschaft.

Nach dem Spiel gegen Osnabrück zeigen Aues Fans ihre Anerkennung für die neue Mannschaft. Von links: Simon Skarlatidis, Steve Breitkreut und Pawel Baranowski.
Nach dem Spiel gegen Osnabrück zeigen Aues Fans ihre Anerkennung für die neue Mannschaft. Von links: Simon Skarlatidis, Steve Breitkreut und Pawel Baranowski.

Auch die erzgebirgische Mentalität passt zu ihm: Ruhig, bescheiden, aber immer Vollgas im Job. Mit seinem Einstand war er zufrieden, auch wenn er einschränkt: „Wir können noch besser spielen, die Chancen waren da, wir hätten sie aber machen müssen. Ich habe auch klar gesehen, dass die Abstimmung noch nicht ganz da ist. Das braucht noch etwas Zeit“, sagt er und ergänzt: „Der Trainer achtet sehr darauf, dass alle Spieler in der Defensive mitarbeiten.“

Von seiner neuen Mannschaft ist er überzeugt. Es ist ein Team von vielen jungen Spielern, die viel erreichen wollen. „Das muss noch wachsen, wir müssen noch lernen.“

Lernen muss er auch noch - und zwar unsere Sprache. „Ich habe jeden Tag Einzelunterricht, möchte das schnell lernen. Das ist Voraussetzung für mich“, sagt der sympathische Pole, der noch im Hotel wohnt.

„Ich bin gerade auf der Suche nach einer Wohnung in Aue. Wenn das geklappt hat, kommt auch meine Ehefrau Anna mit hier her. Sie hat gerade ihr Studium beendet. Das passt dann.“

Foto: Picture Point/Sven Sonntag


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