Nach zwei Jahren: Pegida-Anhänger wegen Böllerwurf verurteilt

Dresden - Ein Böllerwurf im Februar 2016 fand am Donnerstag am Amtsgericht Dresden endlich sein Ende. Nach etlichen Pannen bei Polizei und Justiz wurden Oliver K. und Peter M. nun verurteilt.

Peter M. (rechts, 34) drohte mit einem Teleskopschlagstock. Oliver K. (links, 35) warf den den Böller Richtung Gegendemonstranten.
Peter M. (rechts, 34) drohte mit einem Teleskopschlagstock. Oliver K. (links, 35) warf den den Böller Richtung Gegendemonstranten.  © Steffen Schulze

Sie waren nach einer PEGIDA-Veranstaltung auf Gegendemonstranten losgegangen.

Maler Peter und Koch Oliver gestanden, an jenem Nachmittag auf der Brühlschen Terrasse gewesen zu sein. PEGIDA war vorbei, die Gegendemo rollte ein Plakat ein.

Oliver schleuderte einen Böller. Das Geschoss explodierte neben einer Frau (21), die ein Knalltrauma erlitt. Als Zeugen Peter verfolgten, pöbelte der und drohte mit einem Teleskopschlagstock.

All das wurde gefilmt. Aber das Video beachteten die Fahnder lange nicht. Bei der Justiz ermittelte die falsche Abteilung. Es gab anfangs nur eine Anklage gegen Peter. Bis beim Prozess gegen ihn "plötzlich" das Video wieder auftauchte und sofort Nachermittlungen angeordnet wurden.

Der Amtsrichter verurteilte nun Oliver zu zwölf, Peter zu 18 Monaten Haft. Die Strafen wurden zur Bewährung ausgesetzt.

Titelfoto: Steffen Schulze

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