Bachmann lässt Chemnitz abblitzen!

400 Pegida-Anhänger zogen durch Chemnitz.
400 Pegida-Anhänger zogen durch Chemnitz.

Von Bernd Rippert

Chemnitz - Der angekündigte Auftritt von Pegida-Anführer Lutz Bachmann (42) fiel aus.

Der umstrittene Organisator zeigte Chemnitz die kalte Schulter, trat lieber bei Bagida in München auf. Rund 400 Pegida-Demonstranten zogen am Abend dennoch durch Chemnitz, 300 Linke protestierten dagegen.

Pegida rief im Rahmen der „Sommertour“ zur Kundgebung an der „Parteisäge“ in der Brückenstraße auf. Vor allem viele Dresdner füllten den Parkplatz.

Anfangs wehten über ihnen sogar drei offizielle Fahnen der Stadt (Europa, Deutschland, Sachsen). Doch während der Kundgebung holte jemand die Flaggen ein.

Fahnen hatten die Pegida-Demonstranten selbst dabei. Sogar ein blauer Wimpel des Bund für Umwelt- und Naturschutz flatterte, als Rednerin Helene rief: „Unser Herz schlägt für unser Volk.“

Als ein Pegida-Sympathisant die Gegendemo stören wollte, musste die Polizei einschreiten.
Als ein Pegida-Sympathisant die Gegendemo stören wollte, musste die Polizei einschreiten.

Als sie die Politik kritisierte, die mit der Asylpolitik die Identität des Volkes gefährde, skandierten die Teilnehmer „Volksverräter!“

Auf der anderen Seite, unter dem Nischel, wetterte Linken-Landtagspolitikerin Juliane Nagel (36): „Fast täglich gibt es Angriffe auf Asylbewerberheime. Für Pegida ist in Chemnitz kein Platz!“

Beide Gruppen zogen noch durch die Innenstadt - Pegida über Mühlen- und Georgstraße, die Linken über die Straße der Nationen. Nach einem kurzen Verbalscharmützel kehrten die Gruppen zurück und beendeten die friedliche Demo.

Kritik an der Absage von Lutz Bachmann äußerte die Grünen-Abgeordnete Petra Zais (58): „Dass er die Demo hier organisiert, dann aber nach München fährt, zeigt, dass die Pegidateilnehmer für ihn nur nützliche Idioten sind.“

Meldungen auf Twitter, wonach am Rande der Demos ein Migrant zusammengeschlagen wurde, konnte Polizeisprecherin Jana Kindt nicht bestätigen.

Fotos: Klaus Jedlicka, Ernesto Uhlmann


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