PEGIDA-Buch. Professor Patzelt hat Warnsignale erkannt

Politikwissenschaftler Werner Patzelt (63) mit seiner neuen PEGIDA-Analyse.
Politikwissenschaftler Werner Patzelt (63) mit seiner neuen PEGIDA-Analyse.

Von Juliane Morgenroth

Dresden - Der Dresdner Politikprofessor Werner J. Patzelt (63) hat zusammen mit Joachim Klose (52, Adenauer-Stiftung) die nach eigenen Angaben umfassendste Studie zu PEGIDA herausgegeben.

Titel des knapp 670 Seiten umfassenden Buches: „PEGIDA. Warnsignale aus Dresden“.

Demnach ist die Bewegung ein Vorbote des sich nun auch in Deutschland ausbreitenden europäischen Rechtspopulismus. Aus Fehlern im Umgang mit PEGIDA könne man für die Auseinandersetzung mit der AfD lernen. Denn während die selbst ernannten Patrioten mittlerweile „von politisch nicht sonderlich begabten Anführern in eine Sackgasse geführt worden“ seien, schlage die AfD aus den Problemen weiter Kapital, so Patzelt.

Insofern sei „PEGIDA - freilich unter anderem Namen - erfolgreicher denn je“.

Kopflos im Kreise

Kommetar von Dominik Brüggemann

PEGIDA dreht sich rechts im Kreis herum. Das ist meist die einzige Nachricht, die nach einem Demo-Montag und einer PEGIDA-Runde abfällt. Die Botschaft die nach 1,5 Jahren hängen bleibt, ist „Merkel muss weg“ und „Lügenpresse“ und irgendwas unter der Gürtellinie gegen den Islam.

Manch Wissenschaftler, Politiker und Journalist sieht in der Bewegung die große Bürgerbewegung. Doch misst man PEGIDA an ihren Ergebnissen, dann zerplatzt da eine gewaltige leere Luftblase. Nur die AfD profitierte, mitnichten PEGIDA, auch wenn es Überschneidungen gibt.

Es ist wie beim Fußball: Die Anhänger gehen zum unterklassigen Club, auch wenn es keine Erfolge zu feiern gibt.

Am Ende gibt‘s die 700-Seiten-Chronik für die Truppe trotzdem. Die legte jetzt der selbst ernannte PEGIDA-Versteher Professor Patzelt von der TU Dresden vor. Er rät PEGIDA, weniger radikal rechts zu sein und Journalisten seine wissenschaftlichen Studien zu lesen. Die lese ich gerne, wenn PEGIDA die Radikalität aufgibt.

Mit dem Zerwürfnis des Orga-Teams um Bachmann und Festerling ist ein Anfang gemacht. Ein Erfolg der Bürgerbewegung ist das allerdings nicht.

Foto: Eric Münch


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