Lutz Bachmann verteidigt Xavier Naidoo

Auf dem Theaterplatz versammelten sich geschätzt 5000 Demonstranten.
Auf dem Theaterplatz versammelten sich geschätzt 5000 Demonstranten.

Dresden - Wie jede Woche rief auch diesen Montagabend PEGIDA-Anführer Lutz Bachmann (42) zur Demonstration für die Rettung des Abendlandes.

Und gleich zu Beginn verteidigte Bachmann in seiner Rede TV-Star und Sänger Xavier Naidoo (44). Der Mannheimer war erst für den Eurovision Song Contest (ESC) vom Norddeutschen Rundfunk nominiert worden. Nur Tage später zog man das zurück und distanzierte sich von Naidoo (MOPO24 berichtete).

Der Sänger ist dafür bekannt, dass er sich offen gegen politische Missstände in Deutschland ausspricht. Er tauchte u.a. bei einer Rede von Verschwörungstheortikern und Amerikahassern in Berlin auf und wurde seit dem von vielen als "Reichsdeutscher" verhöhnt.

Die ESC-Absage und negative Presse, der sich Naidoo ausgesetzt sieht, ist für Bachmann ein Zeichen, dass man in Deutschland seine Meinung nicht frei äußern könne.

Auf Twitter schrieb der Moderator und Stern-Kolumnist Micky Beisenherz (38) dazu: "Spätestens, wenn Du von Lutz Bachmann verteidigt wirst, hast Du WIRKLICH ein Problem."

Und Matthias Meisner, Redakteur beim "Tagesspiegel" twitterte: "Pegida als Anwalt von Xavier Naidoo, ein weiterer Beleg, wie falsch der NDR mit seiner ESC-Nominierung lag."

Ansonsten ließ Bachmann in seiner Rede diesmal politische Inhalte außen vor und sprach fast ausschließlich von seiner Bewegung selbst.

Lutz Bachmann (li.) setzte sich in seiner Rede für Xavier Naidoos ESC-Nominierung ein.
Lutz Bachmann (li.) setzte sich in seiner Rede für Xavier Naidoos ESC-Nominierung ein.

Man würde weder dem Image der Stadt schaden noch über Weihnachten pausieren. Dafür beleidigte er wiederholt Lokalpolitiker. Diesmal war unter anderem Johannes Lohmeyer (FDP) dran, dessen Rücktritt Bachmann forderte.

Zur Gegendemo kamen etwa 700-800 Teilnehmer.

Auch zu PEGIDA kamen sichtlich weniger Anhänger auf den Theaterplatz als zuletzt. Die Zählung der Forschungsgruppe der TU-Dresden erfasste um die 5000 Demonstranten.

Polizeisprecherin Jana Ulbricht meldet aber einen Zwischenfall: "Gegen 19.20 Uhr wurde ein Kameramann (43) von zunächst Unbekannten im Bereich Sophienstraße/Kleine Brüdergasse geschlagen. Der 43-Jährige erlitt leichte Verletzungen und musste in einem Krankenhaus untersucht werden. In der Folge konnten Einsatzkräfte einen Tatverdächtige (28) sowie seine zwei Begleiter (26/27) feststellen. Die Polizei hat Ermittlungen wegen Körperverletzung aufgenommen."

Sonst kam es wohl zu keinen weiteren Zwischenfällen. Bereits am Nachmittag hatte es noch einen Singe-Flashmob auf der Prager Straße gegeben: mehr hier.

Nachtrag, 23:00 Uhr:

Bittners Facebook-Seite.
Bittners Facebook-Seite.

Wie der Autor Michael Bittner bei Facebook schreibt, muss Lutz Bachmann einen großen Meinungswechsel vollzogen haben, wenn es um seinen neuen Freund Xavier Naidoo geht. Denn ein Facebook-Post von 2013 liest sich gar nicht so freundlich.

Fotos: dpa, Ove Landgraf (2)


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