Jetzt enthüllt! Pegida-Gründer betreute Klopp in Dresden

Achim Exner bei der Ankunft der Dortmund-Spieler am Hotel in Dresden. Er bewacht Mats Hummels, der Autogramme schreibt.
Achim Exner bei der Ankunft der Dortmund-Spieler am Hotel in Dresden. Er bewacht Mats Hummels, der Autogramme schreibt.

Von Matthias Kernstock

Dresden – Er hat es schon oft gesagt: Der Trainer von Borussia Dortmund, Jürgen Klopp, ist ein bekennender PEGIDA-Gegner. Umso wütender dürfte er jetzt über sein eigenes BVB-Management sein.

Wie die „ZEIT“ am Donnerstag enthüllt, engagierte Dortmund beim DFB-Pokalspiel gegen Dynamo Dresden unwissentlich den Sicherheitsdienst von Achim Exner. Der PEGIDA-Gründer war persönlich für den Star-Trainer zuständig, führte ihn sogar durch die Stadt ...

Es war das sportliche Highlight in Dresden in diesem Jahr. Dynamo Dresden bekam das große Los, spielte am 3. März im Achtelfinale des DFB-Pokals gegen Borussia Dortmund.

Ausgerechnet Achim Exner, der gemeinsam mit Lutz Bachmann und Kathrin Oertel zu den Gründern der PEGIDA-Bewegung zählt, sorgte während des Aufenthalts der Dortmunder mit seinem Sicherheitsdienst "Exner Security Service" für deren Schutz.

MOPO24 filmte die Ankunft der BVB-Stars in Dresden. Dort ist Exner am Rande zu sehen, bewacht u. a. WM-Held Mats Hummels, während dieser Autogramme für kreischende Fans schreibt. Sicherheits-Chef Exner bestätigt gegenüber der "Zeit" sein Engagement für den BVB: „Ich habe die Bewachung des BVB organisiert und durchgeführt."

Achim Exner nimmt Trainer Jürgen Klopp vorm Kempinski-Hotel in Empfang.
Achim Exner nimmt Trainer Jürgen Klopp vorm Kempinski-Hotel in Empfang.

Doch warum haben die Verantwortlichen in Dortmund Exners Sicherheitsfirma für den Aufenthalt in Dresden gewählt?

Auf Nachfrage der „ZEIT“ distanzierte sich der Verein nun von Exner. „Wir wussten vorher selbstverständlich nicht, dass einer der PEGIDA-Gründer Teil dieses Sicherheitsdienstes ist“, sagt Sascha Fligge, der Kommunikationsdirektor von Borussia Dortmund. „Hätten wir es gewusst, hätten wir spontan Geschichte-Nachhilfeunterricht angeboten und das Reisebüro gebeten, ein anderes Unternehmen zu beauftragen.“

Für Trainerstar Jürgen Klopp ist diese Aussage sicher nicht tröstlich.

Er hatte seine Abneigung gegen PEGIDA im Vorfeld des Spiels gegen Dynamo deutlich geäußert. Auf der Pressekonferenz vor dem Spiel sagte Klopp: Dresden sei eine „wunderwunderschöne Stadt“, die aber ständig „durch irgendwelche komischen Dinge in Verruf" gerate. „Ich weiß gar nicht, ob da PEGIDA noch rumrennt oder nicht. Ich hoffe, nicht.“

Wie Achim Exner gegenüber der „ZEIT“ erzählt, habe er Klopp im Rahmen eines Rundgangs den Dresdner Neumarkt gezeigt, auf dem oft die PEGIDA-Kundgebungen stattfinden. Wer er tatsächlich ist, hatte Exner den BVB-Vertretern aber nicht offenbart. Auch nicht, dass er sich mittlerweile von Lutz Bachmann und der PEGIDA getrennt hat.

Die Arbeit für den Verein sei „ein ganz normaler Job“ für ihn gewesen, so Exner, der auch einige Zeit als Sicherheits-Chef von Dynamo Dresden arbeitete.

Den Artikel der "ZEIT" gibt es am Donnerstag in der gedruckten Version.

Kathrin Oertel und Achim Exner haben PEGIDA mittlerweile verlassen.
Kathrin Oertel und Achim Exner haben PEGIDA mittlerweile verlassen.

Fotos: Felix Meinicke, Anzhela Mamelkina, DPA


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0