PEGIDA-Galgen: Morddrohungen gegen Staatsanwalt

Staatsanwalt Jan Hille (50)
Staatsanwalt Jan Hille (50)

Von Stefan Ulmen

Dresden - Eskalation im Fall des PEGIDA-Galgens! Staatsanwalt Hille erhält mehrere Morddrohungen, die es in dieser Schärfe so noch nie gab! Werden jetzt selbst hochrangige Justiz-Ermittler zum Freiwild? Beim Sprecher der Dresdner Staatsanwaltschaft, Jan Hille (50), gingen am Mittwoch mehrere Morddrohungen ein!

Hintergrund ist offenbar der Eklat bei der PEGIDA-Demo am Montagabend. Hille hatte angekündigt, dass zwei Ermittlungsverfahren eingeleitet werden, nachdem auf der Kundgebung ein Galgen mit zwei Schlingen gezeigt worden war - eine für Kanzlerin Merkel (61, CDU) und eine für ihren Stellvertreter Gabriel (SPD).

Wie MOPO Mittwochabend aus Justizkreisen erfuhr, liefen mehrere Mails in der Poststelle der Staatsanwaltschaft ein. Sie richteten sich an Hille als derzeitigem Sprecher der Behörde und seine Kollegen.

Wörtlich hieß es: „Jan, wir sind auf dem Weg zu Dir“ und „Für Euch ist die Schlinge auch schon geknüpft.“

Justizminister Sebastian Gremkow (37, CDU)
Justizminister Sebastian Gremkow (37, CDU)

Die BILD berichtete zuvor, dass "mehrere Hass-Mails mit anonymem Absender auf dem Dienstrechner von Jan Hille" eingegangen sind.

„In den Schreiben wird mir mit Erschießung gedroht, es käme der Tag der Abrechnung“, bestätigte Staatsanwalt Hille den Eingang der E-Mails. „In einer anderen Drohung heißt es, die Schlinge für mich sei schon geknüpft und wir kriegen euch alle.“

Justizminister Sebastian Gemkow (37, CDU) zu MOPO24: „Bedrohungen und Beschimpfungen gegenüber Staatsanwälten und Richtern darf es nicht geben.

Dies ist auch ein Angriff auf die - gerade hier im Osten Deutschlands mühsam errungene - unabhängige Justiz. Im Sinne eines demokratischen Zusammenlebens können wir das nicht tolerieren. Ein Angriff auf den Rechtsstaat ist ein Angriff auf uns alle.“

Jetzt wird ein neues Ermittlungsverfahren eingeleitet wegen Bedrohung, außerdem wird geprüft, ob der Staatsanwalt Personenschutz bekommt.

Fotos: twitter, Petra Hornig


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