Demomontag: Tausende Asylgegner auf Sachsens Straßen

Grünen-Chef Cem Özdemir während seiner Rede am Montag in Leipzig.
Grünen-Chef Cem Özdemir während seiner Rede am Montag in Leipzig.

Dresden/leipzig/chemnitz - In Leipzig, Chemnitz und Dresden demonstrierten am Montag Tausende Asylgegner. Während PEGIDA in Dresden knapp 9000 Menschen ohne Vorfälle auf die Straßen zog, rückte die Polizei bei LEGIDA in Leipzig mit Wasserwerfern an.

Etwa 700 LEGIDA-Anhänger fanden sich um 19 Uhr zur Auftaktkundgebung am Richard-Wagner-Platz in Leipzig ein. Von dort ging es zum Neuen Rathaus und zurück. Grünen-Chef Cem Özdemir unterstützte den Gegenprotest in unmittelbarer Nähe am Richard-Wagner-Platz, sagte in seiner Rede, Legida bringe keine Sorgen zum Ausdruck, sondern Rassismus. "Mit Rassisten diskutieren wir nicht, Rassisten bekämpfen wir", so Özdemir wörtlich.

Die Polizei sicherte die Demonstrationen auf beiden Seiten ab, rückte sogar mit Wasserwerfern und einem Polizeihubschrauber an.

In Leipzig rückte die Polizei mit Wasserwerfern an.
In Leipzig rückte die Polizei mit Wasserwerfern an.

In Dresden marschierte PEGIDA mit knapp 9000 Anhängern (laut "Durchgezählt ) durch die Stadt. Zuvor hatte das Verwaltungsgericht Dresden den Startpunkt am Theaterplatz wegen einer Veranstaltung in der Semperoper auf den Neumarkt verlegt. Der Rundgang durch die Altstadt verlief ohne Zwischenfälle.

Seit Monaten gab es auch wieder Gegenprotest in Dresden. Die Initiative "Gepida" (Genervte Einwohner protestieren gegen Intoleranz Dresdner Außenseiter" lud zum "Klingelkonzert der Volksfahrräder", einige Hundert Menschen schlossen sich dem Gegenprotest an.

Auch in Chemnitz gab es Proteste. Dort hatten sich am Montagabend etwa 500 Menschen auf der Zufahrtsstraße zum ehemaligen Pionierlager in Einsiedel versammelt. Hunderte Asylgegner blockierten zeitweise die Zufahrt zur geplanten Erstaufnahmeunterkunft.

Gegenprotest bei einer PEGIDA-Demo in Chemnitz am Montagabend.
Gegenprotest bei einer PEGIDA-Demo in Chemnitz am Montagabend.

Auslöser für die Proteste waren Gerüchte von "Einsiedel sagt Nein zum Heim" und "Pegida Chemnitz-Erzgebirge". Demnach sollten am Montag die ersten Flüchtlinge in Einsiedel ankommen. Wie die "Freie Presse" berichtet, konnten weder die Landesdirektion noch die Polizei diese Informationen bestätigen.

In der Chemnitzer Innenstadt gab es eine PEGIDA-Demonstration mit mehreren Hundert Menschen, begleitet von zahlreichen Gegenprotesten.

In Dresden marschierten ca. 9000 Asylgegner bei PEGIDA.
In Dresden marschierten ca. 9000 Asylgegner bei PEGIDA.
In Einsiedel blockierten Asylgegner die Zufahrt zu einer geplanten Asylunterkunft.
In Einsiedel blockierten Asylgegner die Zufahrt zu einer geplanten Asylunterkunft.
Ca. 700 LEGIDA-Anhänger marschierten am Montag durch Leipzig.
Ca. 700 LEGIDA-Anhänger marschierten am Montag durch Leipzig.

Fotos: Ralf Seegers, Harry Härtel, Christian Essler


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