Durch PEGIDA stoßen wir an unsere Grenzen

GdP-Chef Oliver Malchow (51).
GdP-Chef Oliver Malchow (51).

Dresden/leipzig - Seit Oktober gehen in Sachsen von Woche zu Woche mehr Menschen auf die Straße. Zuletzt waren es 25.000 allein bei PEGIDA in Dresden. Diesen Mittwoch sollen es in Leipzig sogar 100.000 werden - inkusive aller Gegendemos. Und über 4000 Polizisten sichern alles ab.

Jetzt warnt Oliver Malchow, der Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), bei MDR INFO. "Die PEGIDA-Demonstrationen sind natürlich eine zusätzliche Belastung, auch schon vorher waren die Auftragsbücher der Polizei schon voll - und sie wusste gar nicht, was sie zuerst machen sollte", so der Gewerkschafter.

Deshalb werden nun viele Polizisten aus dem Urlaub zurück geholt und Prioritäten in der allgmeinen Polizeiarbei neu gesetzt. Andere Sachen bleiben dann liegen, um aktuell die vielen Veranstaltungen abzusichern."Aber die Belastungen sind enorm", so Malchow. "Und dabei haben wir noch nicht einmal Fußballspiele am Wochenende." Denn noch ist Winterpause.

Jeden Montag hat die Polizei zurzeit in Dresden Großeinsatz.
Jeden Montag hat die Polizei zurzeit in Dresden Großeinsatz.

Auf die Frage, was passiert, wenn die anderen Bundesländer keine Beamten mehr zur Verstärkung nach Sachsen schicken können, weil sie vielleicht selbst PEGIDA-Demonstrationen haben, sagt Malchow. "Dann muss man mit weniger Personal auskommen, oder im eigenen Land Personal zusammenziehen und von anderen Aufgaben entbinden."

Im Fazit kritisiert Malchow: "Wir haben in den letzten 15 Jahren 16.000 Vollzugsdienststellen deutschlandweit abgebaut. Und es sind weitere Personaleinsparungen schon geplant. Und zwar weitere 1000. Im Moment passiert das alles auf dem Rücken meiner Kolleginnen und Kollegen."

"Hier muss es dringend eine Veränderung geben", so Malchow. "Weil die Belastungsgrenze deutlich überschritten ist!"


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