Polizei-Presse-Posse in Sachsen: Böhmermann sagt Danke!

Köln / Dresden - "Häme ist Menschenrecht", schreibt Deutschlands oberster Satire-Entertainer Jan Böhmermann am Donnerstag bei Twitter. Damit spielt er auf die Polizei-Presse-Posse in Dresden an. Der Fall schlägt deutschlandweit Wellen.

Jan Böhmermann moderiert beim Spartensender ZDFneo die Satireshow Neomagazin Royale.
Jan Böhmermann moderiert beim Spartensender ZDFneo die Satireshow Neomagazin Royale.  © DPA

Kurzer Rückblick: Ein Pegida-Sympathisant hatte sich am vergangenen Donnerstag aggressiv gegen Filmaufnahmen gewehrt und sich an die Polizei gewandt. Die hatte daraufhin im Rahmen einer "polizeilichen Maßnahme" das Presse-Team des ZDF etwa 45 für eine doppelte Überprüfung an der Arbeit gehindert.

Wie am Mittwoch bekannt wurde, handelt es sich bei dem Pegida-Sympathisanten um einen Mitarbeiter des Landeskriminalamts Sachsen, der im Urlaub an der Demonstration teilgenommen hatte.

Sachsens Ministerpräsident hatte sich voreilig hinter die Polizei gestellt, die Journalisten indirekt als "unseriös" bezeichnet, da nur die Polizei "seriös" aufgetreten sei.

Nach der LKA-Wende hat auch Satiriker Jan Böhmermann den Fall für sich entdeckt. Er sagt Danke Sachsen.

"Im Namen des gesamten neomagazin Teams und des Humorstandorts Deutschland möchte ich mich hiermit schon mal vorab persönlich ganz, ganz herzlich beim LKASachsen, der PolizeiSachsen und Herrn "Sie begehen eine Strofdad!" bedanken!", schrieb er am Donnertag bei Twitter.

Satirisch legte er nach: "Euch wird Eure sachsenfeindliche, linksgrünversiffte Häme noch im Halse steckenbleiben, wenn herauskommt, dass der Tarifbeschäftigte des LKA Sachsen in einer Abteilung und einer Funktion beim LKA Sachsen arbeitet, die gar nichts mit dem LKA Sachsen zu tun haben!"

Am 30. August endet die Sommerpause von Böhmermanns Show "Neomagazin Royale". Die Polizei-Presse-Posse aus Dresden wird sicherlich einige Minuten der Sendezeit beanspruchen dürfen.

LKA-Mitarbeiter auf Pöbel-Trip bei Pegida: DJV fordert Konsequenzen

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) fordert Konsequenzen aus den neuesten Erkenntnissen zum Polizeieinsatz gegen ein ZDF-Team in Dresden.

"Ein Mitarbeiter von Sachsens oberster Sicherheitsbehörde auf Pöbel-Trip bei Pegida?", kommentierte das der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall.

"Und dann in bester Urlaubsstimmung mal eben die Pressefreiheit aushebeln. Was anderswo zum Slapstick taugt, ist in Sachsen offenbar normal." Einen Meinungs-Artikel zum Thema lest Ihr hier >>> Kommentar.


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