Das gibt Stress: Pegida-Kopf und Rechte wollen am Tag der Arbeit vor linkem Zentrum marschieren

Hamburg - Pegida hat einen Aufmarsch vor dem linksautonomen Zentrum "Rote Flora" in Hamburg angekündigt – und das auch noch an einem brisanten Datum: Geplant ist die Demo ausgerechnet vor und am 1. Mai.

So entspannt kann die Situation vor der roten Flora auch aussehen: Eine Band spielt, Menschen gehen spazieren.
So entspannt kann die Situation vor der roten Flora auch aussehen: Eine Band spielt, Menschen gehen spazieren.  © imago images / Tim Wagner

Das hat die Polizei Hamburg TAG24 auf Nachfrage bestätigt. Offenbar wollen die Polizeibeamten die zweitägige "Dauer-Demonstration" aber verhindern, wie mehrere Medien berichteten.

Der Grund: Das linksautonome Zentrum im Herzen der Hamburger Sternschanze ist bekannt für seinen "Kampf gegen Rechts".

Die Aktivisten und wahrscheinlich auch zahlreiche Anwohner in dem als alternativ geltenden Stadtteil würden den Aufmarsch der Rechten und Rechtspopulisten als blanke Provokation auffassen.

Und das soll die Anmeldung wohl auch sein: Eine kalkulierte Provokation und ein geplantes Kamikazeunternehmen, das wohl auch für die Behörden unberechenbare Risiken mit sich brächte.

"Wir stellen uns auf alle Eventualitäten ein und werden mit einem großen Kräfteaufgebot vor Ort sein", erklärte Polizeisprecher Timo Zill dem Hamburger Abendblatt.

Auf Twitter drehen einige Nutzer seit Bekanntwerden der Demo-Pläne am Dienstag schon jetzt verbal auf. Ein Einblick und ein eindeutiger Vorgeschmack auf das, was dem Viertel mit einer Dauerkundgebung der Rechten drohen könnte.

Ein Plakat mit der Aufschrift "Still loving Rote Flora!" hängt 1 Jahr nach den Ausschreitungen beim G20-Gipfel als Solidaritätsbekundung in einem Ladenlokal im Hamburger Schanzenviertel in der Nähe der Roten Flora.
Ein Plakat mit der Aufschrift "Still loving Rote Flora!" hängt 1 Jahr nach den Ausschreitungen beim G20-Gipfel als Solidaritätsbekundung in einem Ladenlokal im Hamburger Schanzenviertel in der Nähe der Roten Flora.  © DPA

Unruhen und wohl auch Gewaltausbrüche wären im linken Szene-Viertel Hamburg-Sternschanze bei einer Demonstration der Pegida-Anhänger und ihrer Sympathisanten mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit vorprogrammiert.

Bemerkenswert ist aber nicht nur der Ort. Auch das brisante Datum und der "Anmelder" des Aufmarsches sorgen aktuell für große Augen in Hamburg:

Heinz Meyer (57), der eigentlich an der Spitze des Münchner Flügels der Pegida-Bewegung agiert, würde die Kundgebung anscheinend gern direkt auf dem Schulterblatt abhalten – in unmittelbarer Nähe und mit Blick auf das linksautonome Zentrum.

Das Problem: Hier demonstriert die linke Szene für gewöhnlich mit umfangreichen Protestmärschen während der Walpurgisnacht am 30. April sowie am 1. Mai, dem Tag der Arbeit.

Dabei ist meist auch schon ohne Provokation von rechts mit Ausschreitungen zu rechnen. Deshalb scheint es Pläne der örtlichen Polizei zu geben, die Pegida-Demonstration an der äußeren Rand der Schanze zu verlegen.

Titelfoto: imago images / Tim Wagner

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