Diesen Job macht der "Hutbürger" beim LKA Sachsen

Dresden – Diese Information des sächsischen Innenministeriums schlug am Mittwoch ein wie eine Bombe. Der das Kamerateam bepöbelnde PEGIDA-Anhänger arbeitet beim Landeskriminalamt (LKA) in Dresden (TAG24 berichtete).

Der Mann soll als Buchprüfer beim LKA arbeiten und als Gutachter vor Gerichten auftreten.
Der Mann soll als Buchprüfer beim LKA arbeiten und als Gutachter vor Gerichten auftreten.  © Screenshot Twitter

Sofort schossen die Spekulationen ins Kraut, ob er als Polizist ermittelt, der Hashtag #pegizei ging bei Twitter durch die Decke.

Doch schon am Mittwoch hatte ein Sprecher des Innenministeriums TAG24 gegenüber klargestellt, dass es sich um einen zivilen Mitarbeiter in der Innenverwaltung der Polizeibehörde handelt.

Nach TAG24-Informationen arbeitet er als Buchprüfer im Dezernat für Wirtschaftskriminalität. Dabei soll auch im Bereich Geldwäsche gearbeitet haben. Es sei nicht ausgeschlossen, dass er Zugriff auch auf andere Akten hatte.

Wie die Welt darüber hinaus berichtet, schreibt er Gutachten und soll sogar vor Gericht als Gutachter auftreten.

Innenminister Roland Wöller (48, CDU) erklärte, dass man sich bemühe, den Mitarbeiter vorzeitig aus dem Urlaub zu holen, um ihn befragen zu können.

Noch wird geprüft, ob der Auftritt des LKA-Mitarbeiters dienstrechtliche Konsequenzen haben wird. Zwar gilt auch die LKA-Mitarbeiter die Meinungsfreiheit, dennoch müssen sie sich in ihrem Auftreten und Äußerungen ihres Arbeitgebers entsprechend mäßigen.

Anzeige gegen ZDF-Team zurückgezogen, Gesprächsangebot an Redakteur

Der Begleiter des LKA-Angestellten hat seine Anzeige gegen das Kamerateam inzwischen zurückgezogen. René S. ist Mitglied der Bürgerinitiative Freital und hat auf deren Facebookseite eine Erklärung abgegeben.

In dem Frontal21-Bericht habe er gesehen, dass er sich geirrt hatte. Die Beleidigungen, wegen denen er Anzeige erstattet hatte, kamen nicht vom Kameramann, sondern von einem unbeteiligten Dritten. Die Polizei ermittelt jetzt gegen Unbekannt.

Er entschuldigte sich öffentlich bei dem ZDF-Redakteur Arndt Ginzel für die falschen Verdächtigungen. Er habe darüber hinaus über den MDR ein Gesprächsangebot an Herrn Ginzel gemacht, "um diese Sache persönlich aus der Welt zu schaffen und eine Klärung der ganzen Situation. Eine Antwort von Herrn Ginzel steht noch aus, wir hoffen allerdings , dass man vernünftig miteinander umgehen kann und zukünftige Konfrontation vermeiden kann.", schreibt er auf Facebook.

Der Frontal21-Beitrag

Titelfoto: Screenshot Twitter


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