Jetzt ist Sachsen endgültig die Lachnummer der Nation

Ein Kommentar

Dresden – Wenn du denkst, es kann nicht schlimmer kommen, schau nach Sachsen, und es kommt schlimmer. Die Debatte um das in eine sächsische Polizeikontrolle geratene ZDF-Kamerateam läuft völlig aus dem Ruder und wird zur Lachnummer des ganzen Landes.

Der Deutschlandmützchen tragende LKA-Mitarbeiter löste eine Witzewelle über Sachsen aus.
Der Deutschlandmützchen tragende LKA-Mitarbeiter löste eine Witzewelle über Sachsen aus.  © Screenhots Twitter

Eigentlich könnte man sagen, ok, da wird ein berichtenswerter, aber letztlich mittelschwerer Vorfall - die polizeiliche Kontrolle eines Kamerateams nach einer Anzeige - aufgebauscht, um das Sommerloch wenigstens teilweise mit relevanten Inhalten zu füllen. Ein PEGIDA-Demonstrant, der aussieht wie die schlecht gemachte Karikatur eines PEGIDA-Demonstranten, wird deutschlandweit berühmt, weil er sein Widerstands-Gesicht in die Kamera hält, um zu verhindern, dass diese ihn beim Gesicht-Zeigen filmt.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer macht deutlich, dass Zurückhaltung nicht gerade sein Steckenpferd ist und posaunt ganz schnell heraus, dass bei der Kontrolle schon alles seine Richtigkeit hatte. Alle waren irgendwie unseriös, außer den Beamten. Damit war er sogar schneller, als die Polizei erlaubt, denn die war noch damit beschäftigt, zu prüfen, ob denn wirklich alles so richtig gelaufen ist.

Wenig später legt Sachsens Landes-Vater (der mehr wirkt wie ein Landes-Brudi) noch mal nach, bleibt bei seiner Meinung und kritisiert die Verwendung des Hashtags #pegizei als unverantwortlich.

Die eigentlichen Proteste gegen Angela Merkel hatte kaum jemand mitbekommen, aber die Nachwehen beschäftigen mal wieder tagelang ganz Deutschland.
Die eigentlichen Proteste gegen Angela Merkel hatte kaum jemand mitbekommen, aber die Nachwehen beschäftigen mal wieder tagelang ganz Deutschland.  © DPA

Dumm gelaufen, dass kaum drei Stunden nach diesem Tweet sich Mister Pegida im Deutschlandmützchen ausgerechnet als Mitarbeiter des sächsischen Landeskriminalamtes entpuppt. Das erklärte das Innenministerium. Ob er im LKA als Profiler oder doch "nur" Facility Manager tätig ist, ließ die Behörde allerdings offen.

Da fragt man sich schon. Warum passiert das immer in Sachsen? Warum muss das, was sich Satiriker in ihren feuchten Träume ausmalen, ausgerechnet hier zur Realität werden? Da können wir ein noch so tolles Wirtschaftswachstum haben, Millionen gastfreundliche Menschen, wunderschöne Landschaften und Städte, irgendein Depp kommt garantiert um die Ecke, der uns das auf besorgte Art und Weise kaputt sächselt.

Jetzt schlagen die Wellen der Häme und Empörung einmal mehr über uns zusammen. Die sozialen Netzwerke explodieren förmlich vor Hohn und Spott für Sachsen und seine "Pegizei".

Allen voran Jan Böhmermann, der den Freistaat und seine rechten Umtriebe ja ohnehin mehr oder weniger originell auf dem Kieker hat. Er bedankte sich ganz förmlich bei Sachsen und dem LKA für ihren Beitrag zum Erhalt des Humorstandorts Deutschland. Naja, nicht unbedingt gern geschehen, aber man muss auch mal (wieder) über sich selbst lachen können.

Die lustigsten, bissigsten und gemeinsten Kommentare zur #PEGIZEI-Affäre

Und Dutzende andere hauen in die gleiche Kerbe, machen sich über die Sachsen und ihre Politik lustig. Der pegidagängige LKA-Mitarbeiter wird als "Hutbürger" bezeichnet. Es gibt Tipps, wie man seinen Look klauen kann. Sein Foto ist zu sehen mit den unterschiedlichsten Aufforderungen: "Hörn se auf, mich zu twittern." "Hörn se auf, mich zu zeichnen." Andere malen sich die Vorstellung aus, wie es wäre, von dem Fischerhutträger beim LKA verhört zu werden. Und Sachsen wird (natürlich) mal wieder offiziell verloren gegeben.


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