Hier rasseln die Fahrschüler am häufigsten durch die Führerscheinprüfung

Flensburg - Die Führerscheinprüfung bleibt ein harter Brocken – vor allem für Hamburger und Bremer. Doch Theorieprüfung und praktische Fahrprüfung lassen sich statistisch gesehen nicht über einen Kamm scheren.

Ein Führerschein und ein Autoschlüssel liegen auf einem Fahrzeugschein in Frankfurt am Main (Hessen).
Ein Führerschein und ein Autoschlüssel liegen auf einem Fahrzeugschein in Frankfurt am Main (Hessen).  © DPA

Bei den praktischen Prüfungen fielen Möchtegern-Fahrer in Hamburg im vergangenen Jahr in sage und schreibe 42 Prozent der Fälle durch. Das geht aus den neuesten Statistiken des Kraftfahrt-Bundesamtes in Flensburg hervor.

Die Hamburger teilten sich den traurigen Spitzenplatz mit den Bremern. Am besten haben die Fahrschüler aus Hessen abgeschnitten, bei denen "nur" 24,6 Prozent bei der praktischen Prüfung falsch abbogen.

Auf ganz Deutschland bezogen kletterte der Anteil der Durchfaller in der Praxis 2018 allgemein leicht nach oben, nämlich von 28,1 Prozent im Vorjahr auf 29,4 Prozent.

Bei der theoretischen Prüfung waren deutschlandweit bei etwas weniger als 2 Millionen abgelegter Führerscheinprüfungen etwa 36 Prozent der Fahranfänger durchgefallen, wie das Kraftfahrt-Bundesamt weiter mitteilte.

Immerhin: Das war eine leichte Verbesserung zu 2017, als noch über 36 Prozent in der theoretischen Prüfung durchfielen.

Die einen Bundesländer Punkten in der Theorie, die anderen in der Praxis

Ein Fahrlehrer überreicht seiner Fahrschülerin den Schlüssel zum Fahrzeug. Junge Menschen in Deutschlands Ballungsgebieten haben es mit dem Führerschein allerdings immer seltener eilig.
Ein Fahrlehrer überreicht seiner Fahrschülerin den Schlüssel zum Fahrzeug. Junge Menschen in Deutschlands Ballungsgebieten haben es mit dem Führerschein allerdings immer seltener eilig.  © DPA

In Hamburg sehen Theorie und Praxis allerdings ganz unterschiedlich aus: Hier wurden bei mehr als 33.000 abgelegten Theorieprüfungen etwas über 33 Prozent, also ein Drittel, nicht bestanden. In Bremen waren es fast genauso wenige.

Die Fahrschüler in Schleswig-Holstein liegen im vorderen Mittelfeld, wenn es um nicht bestandene, praktische Führerscheinprüfungen geht. Bei den Theorie-Prüfungen teilt sich das nördlichste Bundesland sogar den Spitzenplatz mit Hessen: In beiden Bundesländern bestehen hierbei die meisten Fahrschüler.

Wo es bei den Hamburgern und Bremern in Sachen Fahrprüfung an praktischer Kompetenz zu mangeln scheint, schneiden dafür die im Osten und Westen gelegenen Bundesländer in der Theorie nicht so gut ab wie der Norden:

Am häufigsten fielen 2018 bei den theoretischen Prüfungen Fahrschüler aus Berlin durch – in 44,3 Prozent der Fälle. Das sind fast drei Viertel der Fahrschüler, die die Prüfung wiederholen müssen. Schockierend!

Nach der Hauptstadt folgt Sachsen-Anhalt mit 43,5 Prozent, kurz vor Mecklenburg-Vorpommern mit 43,2 Prozent nicht bestandener Theorieprüfungen.

Fazit: Im Norden der Republik scheinen die Fahrschüler in der praktischen Anwendung ihrer Fahrkompetenzen im Vergleich zu anderen Bundesländern etwas unsicherer zu sein und mehr Fehler zu machen, weshalb sie im Schnitt schlechter abschneiden. Im Gegensatz dazu können die norddeutschen Fahranfänger bei der Theorie punkten. Da sieht das Ergebnis doch gleich etwas weniger peinlich aus.


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