Polizei-Panne: Beamte kennen Straßenschilder nicht

An diesem Verkehrsschild scheiterte die Offenbacher Polizei bei einer Routinekontrolle.
An diesem Verkehrsschild scheiterte die Offenbacher Polizei bei einer Routinekontrolle.  © DPA/Torsten Martin

Mühlheim - Ein ganz besonders überhebliches Missgeschick widerfuhr der Offenbacher Polizei bei einer Kontrolle, bei der sie gleich mehrere Fahrer wohl zu Unrecht bestraften. Der Grund: die Beamten kannten sich wohl nicht ganz so gut mit den Verkehrsschildern aus.

Einer der wohl zu Unrecht bestraften Fahrer, wusste indes besser Bescheid. Sein Knöllchen wurde nach dem Chaos im "Schilder-Wald" revidiert berichtete die Hessenschau am Donnerstag.

Grundlage für die Strafe seitens der Polizisten war das überschrittene zugelassene Gesamtgewicht von 2,5 Tonnen. Bei einer Verkehrskontrolle am Montagvormittag stoppten Beamte auch einen Fahrer, der mit seinem Transporter vom Stadtteil Lämmerspiel nach Hanau-Steinheim unterwegs war.

Sein Transporter wiege 2,5 Tonnen, behaupteten die Beamten, darum dürfe er hier nicht weiterfahren. Schließlich verbiete ein Schild die Durchfahrt für Fahrzeuge mit einem tatsächlichen Gewicht von 2,5 Tonnen.

Doch konnten die Beamten nicht wissen, was das Fahrzeug in diesem Moment gewogen habe. Das eingetragene Leergewicht seines Transporters beträgt 2160 Kilo - also bleiben noch 340 Kilo für Zuladung. Dass diese mit dem Gewicht des Fahrers sowie seinen drei Hunden und der Tankfüllung längst überschritten seien, sahen die Polizisten als selbstverständlich an.

"Um das festzustellen, hätten sie eine mobile Waage dabei haben müssen", sagte der Fahrer der die 20 Euro hohe Strafe nicht akzeptieren wollte gegenüber der Hessenschau. Er vermutete zudem einen Irrtum seitens der Polizisten, da diese die Kontrolle auf Grundlage eines Verbotsschildes für das zulässige Gesamtgewicht durchführten.

Die Beamten verwechselten bei ihrer Kontrolle das Verbotsschild für das tatsächliche Gesamtgewicht (links) mit dem für das zulässige Gesamtgewicht (rechts) (Symbolfoto).
Die Beamten verwechselten bei ihrer Kontrolle das Verbotsschild für das tatsächliche Gesamtgewicht (links) mit dem für das zulässige Gesamtgewicht (rechts) (Symbolfoto).  © Google

Jedoch steht am Ort der Kontrolle ein Schild, das Fahrzeuge mit einem tatsächlichen Gesamtgewicht von mehr als 2,5 Tonnen verbietet. Die Gewichtsangabe steht im rot-weißen Kreis und nicht auf einem kleinen Zusatzschild darunter. Torsten Martin fiel das auf.

Ein Besuch der Polizeiwache mit entsprechenden Aufklärungsfotos hatte letztlich Erfolg. Er musste das Bußgeld nicht zahlen.

Hat die Polizei also tatsächlich die Schilder verwechselt? "Es handelt sich an dieser Straße in Mühlheim um das Verbotszeichen 262 - das sich auf das tatsächliche Gesamtgewicht bezieht", sagte Michael Malkmus, Sprecher des Polizeipräsidiums Südosthessen: "Ob die Kollegen bei der Kontrolle eventuell einen Fehler gemacht haben, prüfen wir gerade."

Martin möchte sich aber auch für seine Mitmenschen einsetzen. Denn am gleichen Tag wurden mehrere Fahrer angehalten und mitunter verwarnt. Dabei hätten einige von ihnen die Strafe direkt in bar bezahlt. Ob die Polizei den Fahrern die 20 Euro erstattet, konnte Polizeisprecher Malkmus nicht sagen. Der gesamte Vorgang werde nun geprüft.

Titelfoto: DPA/Torsten Martin


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