Pendlerland Sachsen. Immer mehr machen rüber zum Arbeiten

Die Grafik zeigt das Pendlerverhalten im vergangenen Jahr.
Die Grafik zeigt das Pendlerverhalten im vergangenen Jahr.

Von Juliane Morgenroth

Dresden - Sachsen bleibt ein Land der Pendler. Zwar steigt die Zahl der Beschäftigten, die für ihren Job in den Freistaat pendeln. Doch gleichzeitig verlassen mehr Menschen das Land, um anderswo zu arbeiten.

Konkret waren es im vergangenen Jahr 133.674 Menschen, die außerhalb Sachsens arbeiteten - aber vorwiegend in angrenzenden Bundesländern.

Das sind 1,4 Prozent mehr als 2014 und der Höchststand seit 1999. Die Mehrheit arbeitet in Bayern. Immerhin noch 8,5 Prozent der Auspendler haben ihren Arbeitsplatz in NRW. Die Sachsen seien damit besonders mobil, so die Arbeitsagentur.

Andererseits kamen aber deutlich mehr Menschen aus anderen Bundesländern zum Arbeiten in den Freistaat, und zwar 97.138 - insgesamt ein Plus von 4,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

„Sachsen wird zunehmend attraktiver und gewinnt als Ort zum Arbeiten an Bedeutung.“
„Sachsen wird zunehmend attraktiver und gewinnt als Ort zum Arbeiten an Bedeutung.“

Das ist der höchste Stand an Einpendlern seit Beginn der Statistik. Jeder Dritte kommt aus Sachsen-Anhalt. Besonders attraktiv: Dresden, Leipzig und Chemnitz. Die drei Städte haben mehr Ein- als Auspendler. Schlusslicht bei der Zahl der Einpendler ist der Kreis Görlitz. Hinzu kommen noch 8406 Menschen aus dem Ausland, die in Sachsen arbeiten.

Damit pendeln indes immer noch deutlich mehr Menschen zum Arbeiten außerhalb Sachsens als andersrum. 2015 lag dieser Pendlersaldo bei minus 36.536 Menschen.

Sachsens Arbeitsagentur-Chef Klaus Schuberth (57) - übrigens selbst ein Einpendler aus Franken - freut sich aber über den Trend: „Sachsen wird zunehmend attraktiver und gewinnt als Ort zum Arbeiten an Bedeutung.“

So sieht es auch Arbeitsminister Martin Dulig (42, SPD): „Die Leute finden zunehmend eine Perspektive in Sachsen. Ich bin froh, dass mit dem Mindestlohn der Konkurrenzkampf um die niedrigsten Löhne vorbei ist.“

Grafik: Landesamt für Statistik


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