Hochspannung! Bürger von Penig kämpfen für ihren Ort

Stromanbieter müssen das Erdkabel bevorzugen, solange es nicht 2,75 Mal teurer als eine Freileitung ist.
Stromanbieter müssen das Erdkabel bevorzugen, solange es nicht 2,75 Mal teurer als eine Freileitung ist.  © Sven Gleisberg

Penig - Jetzt noch eine Hochspannungsleitung über dem Dorf? Die Bewohner des Ortsteils Tauscha sind bereits von Autobahn, Bundesstraße und Windrädern umzingelt, da sollen nicht noch dutzende Masten im Landschaftsschutzgebiet neben dem Dorf stehen. Riskiert man dafür aber auch die Enteignung?

Der Stromkonzern EnviaM möchte für die Versorgungssicherheit eine 110-Kilovolt-Leitung von Röhrsdorf nach Lunzenau ziehen. Sprecher Stefan Buscher: "Wir werden ergebnisoffen eine Freileitungs- und eine Erdkabelvariante für den gesamten Trassenverlauf in das Planfeststellungsverfahren einbringen."

Doch in Tauscha traut man der Ansage nicht. Für die Bürgerversammlung holte sich der Stromversorger sogar Verstärkung aus dem Wirtschaftsministerium, die massiv für die Freileitung warb. Folglich gründete man eine Bürgerinitiative. Deren Chef Helmar Biering: "Wir haben schon 1.120 Unterschriften gesammelt."

Auch die knapp 20 Landeigner der Trasse begehren auf. Friedhelm Kästner: "Für eine Freileitung stellen wir unsere Grundstücke nicht zur Verfügung - für ein Erdkabel schon." Allerdings wurde ihnen bereits signalisiert, dass die Grundstücke dann mit "Besitzeinweisungen" belegt werden könnten - so kann der Vorhabenträger darüber verfügen.

Solche Maßnahmen gab es bei der EnviaM zwar noch nicht, sie sind aber in Sachsen nicht unüblich.

In den vergangenen beiden Jahren gab es bei Dresden, Reinhardsgrimma und Hagenwerder drei Besitzeinweisungen, damit der Stromversorger ENSO Masten setzen konnte.

Die Bürger aus Tauscha wollen keine Hochspannungsleitung in ihrem Dorf.
Die Bürger aus Tauscha wollen keine Hochspannungsleitung in ihrem Dorf.  © Sven Gleisberg
Die Bürgerinitiative um Helmar Biering (links) will die weitere Verschandelung des Ortes verhindern.
Die Bürgerinitiative um Helmar Biering (links) will die weitere Verschandelung des Ortes verhindern.  © Sven Gleisberg

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