Personalmangel bei Sachsens Feuerwehren: "Löschen Sie selbst!"

Alles im Eimer? Feuerwehr-Vize Mirko Osterland (33, 2. v. l., hier mit Kameraden) hatte die Idee mit dem Löschgerät für alle.
Alles im Eimer? Feuerwehr-Vize Mirko Osterland (33, 2. v. l., hier mit Kameraden) hatte die Idee mit dem Löschgerät für alle.

Von Eric Hofmann

Pirna - Was tun, wenn’s brennt? In vielen Gemeinden Sachsens klagen die Feuerwehren über akuten Personalmangel. Auch in Dohna (bei Pirna). Doch dort setzen die Verantwortlichen jetzt eine feurige Idee entgegen, verteilen Wassereimer in den Haushalten.

„1. Brand melden. 2. Etwa zehn Minuten abwarten und hoffen, dass die Feuerwehr kommt. 3. Keine Feuerwehr vor Ort, Haushaltslöscheimer mit Wasser befüllen. 4. Wenn Feuer zu groß, Nachbarn informieren, Eimerkette bilden!“

So steht es auf den roten Plastikeimern, die demnächst in allen elf Ortsteilen von Dohna verteilt werden sollen.

Ortswehrleiter Mirko Osterland (33) hat die Idee ans Rathaus herangetragen: „Noch kommt die Feuerwehr immer, wenn man sie ruft. Die Frage ist nur, wann und in welcher Stärke.“

Die Spinde der Feuerwehr sind voll. Doch es wird immer schwieriger, genügend Freiwillige für den Dienst zu bekommen.
Die Spinde der Feuerwehr sind voll. Doch es wird immer schwieriger, genügend Freiwillige für den Dienst zu bekommen.

Zwar haben die vier Ortswehren genug Personal, aber die meisten Kameraden sind eben zwischen 6 und 17 Uhr nicht vor Ort. „Eigentlich sollte ein Fahrzeug mit neun Leuten besetzt sein, oft haben wir nur zwei oder drei.“

Um neue Kameraden für den Dienst am Schlauch zu gewinnen, versuchten es die Wehrleiter schon mit Bannern - erfolglos! „Der Eimer bringt vielleicht mehr“, sagt Osterland. „Weil er die Leute erst zum Schmunzeln, dann aber zum Nachdenken bringt. Die Lage ist ernst.“

Bürgermeister Ralf Müller (47, CDU) unterstützt die ungewöhnliche Aktion. „Kostet rund 2000 Euro. Und der Stadtrat hat einstimmig dafür gestimmt. Wenn von zehn Bürgern dann nur einer zur Feuerwehr geht, wäre uns schon sehr geholfen.“

Fotos: Norbert Neumann


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