So schlimm ist die Personalnot in der Berliner Verwaltung wirklich

Normales Bild in Berlin: Am Bürgeramt in der Sonnenallee hat sich eine lange Schlange gebildet. Der Personalnotstand zwingt Kunden zu erheblichen Wartezeiten. (Bildmontage)
Normales Bild in Berlin: Am Bürgeramt in der Sonnenallee hat sich eine lange Schlange gebildet. Der Personalnotstand zwingt Kunden zu erheblichen Wartezeiten. (Bildmontage)  © DPA (Bildmontage)

Berlin - Personalnot in der öffentlichen Verwaltung: Zum Stichtag 1. Juni sind in Berlin knapp 4000 Stellen unbesetzt gewesen.

Vergleichsweise hoch war der Anteil der vakanten Posten mit 6,3 Prozent in den Bezirken (1341 unbesetzte Stellen). Das geht aus einem Senatspapier hervor, über das die Berliner Morgenpost am Montag berichtete und das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. In der Landesverwaltung wurde demnach für 3 Prozent der Posten noch Personal gesucht: 2600 Stellen waren unbesetzt, 830 mehr als 2015.

Angesichts des Bevölkerungswachstums und zahlreicher Fälle von altersbedingtem Ausscheiden stehe Berlin "vor großen personellen Herausforderungen", erklärte ein Sprecher der Finanzverwaltung. Angesichts dieser Bedingungen sei ein Anteil von circa 3,6 Prozent vakanten Stellen bei insgesamt knapp 109.000 Stellen allerdings ein "relativ normaler Wert", hieß es.

Zudem hätten noch nicht alle der rund 4100 zusätzlichen Stellen, die mit dem Haushalt 2016/2017 beschlossen wurden, bis Mitte dieses Jahres besetzt werden können. Zuvor hatte Berlin über Jahre Personal abgebaut.

Länger als sechs Monate nicht besetzt sind gut 1500 Stellen. Unter anderem will Berlin künftig die Rekrutierung von Personal beschleunigen - kalkuliert wird mit 6000 Neueinstellungen jährlich, um das ausscheidende Personal und den Mehrbedarf zu kompensieren.

Der Personalmangel hatte sich zuletzt zum Beispiel in manchen Standesämtern bemerkbar gemacht, wo Heiratswillige lange Wartezeiten in Kauf nehmen mussten.

Titelfoto: DPA (Bildmontage)


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