Terrorexperte: "In Deutschland wird viel Schlimmes passieren!"

Top

19-Jähriger stirbt bei Absturz mit Segelflugzeug

Top

Mega-Party in Chemnitz! In diesem Moment schreibt Florian Silbereisen Tv-Geschichte

8.745

Naddel und ihr neuer Flirt: Schon jetzt Zoff wegen Alkohol?

4.239
5.357

„Wer damals im Osten die Einheit wollte, war ein Wirtschaftsflüchtling“

Dresden/New York - Peter Richter (42), Schriftsteller aus Dresden, ist der Autor der Stunde. Mit seinem romanhaften autobiografischen Erinnerungsbuch „89/90“, geschrieben aus der Perspektive des 16-Jährigen, der er damals war, hebt er die Zeit von Wende und Wiedervereinigung ins Bild, wie sie eindringlicher zuvor nicht beschrieben worden ist.
Peter Richter (42), Buchautor und Journalist aus Dresden. "89/90“ - erschienen bei Luchterhand für 19,99 Euro. Bisher sind nach Verlagsangaben rund 20.000 Exemplare verkauft worden.
Peter Richter (42), Buchautor und Journalist aus Dresden. "89/90“ - erschienen bei Luchterhand für 19,99 Euro. Bisher sind nach Verlagsangaben rund 20.000 Exemplare verkauft worden.

Von Guido Glaner

Dresden/New York - Peter Richter (42), Schriftsteller aus Dresden, ist der Autor der Stunde. Mit seinem romanhaften autobiografischen Erinnerungsbuch „89/90“, geschrieben aus der Perspektive des 16-Jährigen, der er damals war, hebt er die Zeit von Wende und Wiedervereinigung ins Bild, wie sie eindringlicher zuvor nicht beschrieben worden ist.

Im Hauptberuf ist Richter Journalist. Seit 2012 arbeitet er als Kulturkorrespondent der Süddeutschen Zeitung in New York.

Vor wenigen Tagen wurde ihm der von der "Hanna Johannes Arras Stiftung" ins Leben gerufene „Dresdner Arras Preis für Kunst und Kultur“ (dotiert mit 5.000 Euro) zuerkannt, der ihm am 6. September in der Scheune verliehen wird.

MOPO sprach mit Peter Richter über die Fremdenfeindlichkeit in seiner Heimatstadt

Die New York Times berichtet in ihrer Ausgabe vom 24.8. unter der Überschrift: „German Town to Add Security After Protests“. Übersetzt: Zusätzliche Sicherheitskräfte für deutsche Stadt nach Protesten.
Die New York Times berichtet in ihrer Ausgabe vom 24.8. unter der Überschrift: „German Town to Add Security After Protests“. Übersetzt: Zusätzliche Sicherheitskräfte für deutsche Stadt nach Protesten.

MOPO: Herr Richter, mit Ihrem Wende-Roman „89/90“ und einigen Zeitungsartikeln haben Sie sich ein Stückchen Deutungshoheit über das ostdeutsche Gemüt erarbeitet. Angesichts von PEGIDA und der fremdenfeindlichen Ausschreitungen zurzeit: Wie befremdet sind Sie, wenn Sie von New York nach Dresden, Ihre Heimatstadt, blicken?

Peter Richter: Es wäre mir jedenfalls lieber, wenn ich mit meinem Buch jetzt nicht so dastehen würde, als hätte ich schon immer gewusst, was da für ein unverbesserlicher Geist der Gehässigkeit herrscht. Ich hatte nämlich gehofft, es hätte sich was gebessert. Ich hatte wirklich gehofft, diejenigen, die für den schlimmen Ruf von Dresden nach der Wende verantwortlich waren, hätten sich über die Jahre mal wieder eingekriegt. Aber dann kamen PEGIDA, Freital, Meißen, Heidenau. Als Dresdner schämt man sich da gerade in der Ferne für seine Heimat in Grund und Boden. Als Autor fühle ich mich da leider auf eher tragische Weise bestätigt.

MOPO: Sie erzählen in Ihrem Buch unter anderem von den Nazi-Umtrieben in Dresden unmittelbar nach der Wende und wie Sie selbst Blessuren aus Schlägereien davongetragen haben. Warum sammelt sich gerade in Dresden so viel rechtes Gedankengut, damals und heute wieder?

Peter Richter: Ich hatte damals den Eindruck, dass das nicht nur in Dresden ein Problem ist, sondern überall im Osten, oft auch im Westen. Den Eindruck habe ich heute wieder. Im Moment führt, soweit ich weiß, Bayern im Wettbewerb um die meisten Anschläge. Warum aber ausgerechnet Dresden und Umgebung so zum Inbegriff dafür geworden sind, wüsste ich selber gern. Dass einige das hier gar nicht wahrhaben wollen, ist vielleicht schon mal einer der Gründe.

Im Moment führt, soweit ich weiß, Bayern im Wettbewerb um die meisten Anschläge

Rechte Randale in Heidenau am 21. August.
Rechte Randale in Heidenau am 21. August.

MOPO: Könnte es damit zu tun haben, dass das braune Gedankengut in Dresden/im Osten eher Anschluss findet an den gesellschaftlichen Mainstream als im Westen, wo der rechtsradikale und gewaltbereite Rand der Gesellschaft weitgehend isoliert ist?

Peter Richter: Sie meinen dieses: „Stellt mich jetzt nicht in die rechte Ecke, aber ...“, und dann folgen alle diese typischen Sprüche aus der rechten Ecke über „Asylbetrüger“ und „Sozialtouristen“? Kann sein, dass es bis in die gesellschaftliche Mitte hinein immer noch die Hoffnung gibt, sich nur mit den Vorzügen der Bundesrepublik begnügen zu dürfen und von den Verpflichtungen und Herausforderungen durch den Reichtum irgendwie verschont zu bleiben. Dass das Boot voll ist, verkünden ja immer die am lautesten, die selbst vor Kurzem erst noch mit reingesprungen sind. Aber die meisten Leute, die ich in der Stadt kenne, sind da anders. Ich hatte immer den Eindruck, dass die eigentlich auch die überwältigende Mehrheit sind. Mich bestürzt, dass die sich so lange haben übertönen lassen.

MOPO: Hat die Fremdenfeindlichkeit etwas mit der DDR zu tun?

Peter Richter: Die DDR hat ihre Menschen sicher nicht besonders intensiv auf das Leben mit Fremden vorbereitet. Ich weiß aber gar nicht, wie lange es in Westdeutschland eigentlich gedauert hat, bis sich dort die Feindseligkeit gegenüber den Gastarbeitern, Aussiedlern, sonstwie Dazugekommenen so weit abgeschwächt hatte, dass sie zumindest nicht mehr ganz so unzivilisiert herausgebrüllt werden konnte wie jetzt rund um Dresden. 25 Jahre nach der Vereinigung ist der Osten, was das betrifft, womöglich erst auf dem Westniveau der Siebziger. Damals, erzählen mir Betroffene, war es für Ausländer auch dort auf dem Land noch ein Spießrutenlaufen, jetzt gehe es. Ich würde für das Dresdner Umland also die Hoffnung mal nicht aufgeben. Schon damit die NPD dort nicht das letzte Wort behält.

Man müsste mal einen Psychologen fragen

Peter Richter ist im September in Dresden.
Peter Richter ist im September in Dresden.

MOPO: Manche Kommentatoren, die das fremdenfeindliche Gedankengut geißeln, vergleichen das Flüchtlingsphänomen von heute mit den großen Fluchtbewegungen in der Endphase der DDR. Erinnert Euch an damals und erkennt Euch in den Heimatlosen und Flüchtlingen von heute wieder, mahnen sie, Euch ist damals geholfen worden. Ist dieser Vergleich legitim? Damals waren die Deutschen, obwohl in verschiedenen Systemen, unter sich. Heute sind sie mit fremden Kulturen konfrontiert.

Peter Richter: Viele Westdeutsche haben damals aber ganz beträchtliche kulturelle Unterschiede zwischen sich und den Ostdeutschen gesehen. Ein Blick ins „Spiegel“-Archiv spricht Bände: Damals gab es im Westen Proteste gegen immer neue Flüchtlingslager für die Ostler, von denen viele bestimmt kriminell seien, kaum einer politisch verfolgt und alle nur scharf auf das viele schöne Geld im Westen.

Man müsste mal einen Psychologen fragen, ob die Protestierer heute im Osten gegen ein Spiegelbild ihrer selbst zu Felde ziehen: Die Flüchtlinge werden die Bundesrepublik zunächst mal Geld kosten? Richtig. So wie einst sie. Denn wer damals im Osten unbedingt die Einheit wollte, war ein Wirtschaftsflüchtling, der nicht mal seine Heimat verlassen musste.

MOPO: Am 6. September nehmen Sie in Dresden den Arras Preis für Kunst und Kultur entgegen. Haben Sie Ihre Dankesrede schon formuliert?

Peter Richter: Noch nicht. Aber vielleicht sollte ich dabei zuallererst den Heidenauern, Freitalern, Meißnern, Dresdnern danken, die sich um ein weltoffeneres Klima bemühen, statt lieber wegzugehen.

MOPO: Interessiert sich eigentlich in New York außer Ihnen irgendwer dafür, was gerade in Dresden geschieht?

Peter Richter: Die New York Times berichtet recht detailliert darüber. Es ist, fürchte ich, nicht die Art von Artikel, die dem Fremdenverkehrsamt in Dresden vorschwebt.

Peter Richters Termine in Dresden

Die öffentliche Verleihung des Arras-Preises samt Lesung findet am Sonntag, dem 6. September, um 19 Uhr im Dresdner Kulturzentrum Scheune statt.

Am Montag, dem 7. September, ebenfalls um 19 Uhr, liest Peter Richter im Rahmen der Reihe „Bellini. Literatur im QF“ im QF Hotel, Neumarkt 1, aus seinem Roman „89/90“. Der Eintritt zu beiden Veranstaltungen ist frei.

Fotos: dpa, Peter Richter (privat)

Knack-Po auf Reisen: Wer sendet hier sexy Urlaubs-Grüße?

3.151

Achtung ansteckend! Diesen vermissten Mann solltet Ihr nicht ansprechen

22.850

19-Jähriger will den Bus noch erwischen und wird von Auto erfasst

2.522

Nanu? Wer zeigt uns denn hier sein Hinterteil?

3.465

Die Beste, je getestete Zahnzusatz-Versicherung Deutschlands

13.567
Anzeige

Deutsches Start-up wird zum Konkurrenten für Amazon

3.687

Abschiebe-Flug nach Afghanistan kurzfristig abgesagt!

2.048

Du hast schmerzen? Hier wird Dir geholfen!

40.483
Anzeige

Bahati Venus verrät pikante Details: So wenig lief mit "Mörtel" im Bett

4.902

Junger Familienvater stirbt, weil er seinem Bruder helfen wollte

4.452

Explosion tötet acht Kumpel in Kohlemine

767

News-Junkies holen sich diese neue Funktion

6.334
Anzeige

Sekretärin entjungfert Schüler, während seine Mutter im Nebenzimmer ist

7.945

Schädelprellung! Betrunkener Thüringer schlägt Bundespolizisten nieder

2.870

Clean eating: Was ist das eigentlich?

16.159
Anzeige

Gewöhnt Euch nicht an die Sonne: Neues Tief bringt wieder Regen und Gewitter!

10.793

Endlich! Jetzt steht fest, wann das GZSZ-Drama ein Ende findet

46.686

Das Team von Tag24 sucht genau Dich!

28.618
Anzeige

Abholfrist endet bald! Wem gehört dieser riesige Lottogewinn?

5.643

Zimmermädchen packt aus: Dieses Verhalten von Hotelgästen nervt!

6.133

HIER GIBTS DIE NEUE SERIE MIT MATTHIAS SCHWEIGHÖFER KOSTENFREI ZU SEHEN

12.434
Anzeige

Gefahr für die Gesundheit! Streifen-Shirts machen krank

4.044

Diese 7 Snacks solltet ihr unbedingt vor dem Sex essen!

3.710

Du suchst was neues für Dein Auto? Dann schau mal hier!

45.397
Anzeige

Ratet mal, welchen Preis dieser Hund gewonnen hat

1.300

Kerstin Ott voller Vorfreude! Noch in diesem Sommer ist es soweit

5.745

Robbie bringt Erasure als Vorband mit nach Dresden

23.265
Anzeige

Potenzielles Mordwerkzeug! Dieses neue Spielzeug kann lebensgefährlich werden

3.885

Gerry Weber Open: Roger Federer zum elften Mal im Finale

1.385

Zehn Jugendliche greifen Flüchtlinge bei Fußballspiel an

6.434

24 Stunden Polizei: Das sind die lustigsten Einsatz-Tweets

4.018

Familie äußert unglaubliche Vermutung: Lebt das Opfer des Bali-Häftlings noch?

3.294

Diese Lehrerin drehte Pornos. So reagierte jetzt ihre christliche Grundschule

6.379

Hurricane Festival geht unter! Zeltplätze stehen komplett unter Wasser

24.160

Ausgerechnet für dieses Land macht Poldi Werbung

1.919

So viele Zuschauer wie noch nie: Gerry Weber Open 2017 knacken Rekord!

437

Vater fährt Tausende Kilometer, um das Herz seiner toten Tochter schlagen zu hören

7.577

Schalck-Golodkowskis Erbe kommt unter den Hammer

1.376

Freunde entsetzt: Mitschüler soll nach Afghanistan abgeschoben werden

1.375

Opfer von Londoner Hochhausbrand werden aus Hotel geschmissen

5.144

Wo ist Papa? Ein Mann wollte nur kurz einkaufen und kam nie zurück!

7.775

Frau durfte nicht zum Pool, weil sie das hier anhatte

13.932

Massenschlägerei: Als die Polizei kam, fand sie nur noch die Opfer

5.232

Autofahrer zwei Mal in 24 Stunden im Vollsuff erwischt

2.810

Alles aus mit Heidi? Vito Schnabel beim Fremdknutschen erwischt

12.322

Fußball-Hooligans verletzen Polizisten in Magdeburg schwer

6.297

Valentina Pahde: Jetzt spricht sie über ihren Beziehungsstatus

1.869

Zu dumm? Erdogan traut türkischen Schülern die Evolutionstheorie nicht mehr zu!

1.915

Wer tut ihr das an? Grab von totem Ehemann wird immer wieder zerstört

3.774

Sniper tötet IS-Kämpfer aus über 3,5 Kilometer Entfernung

14.234

Es wird ernst! Bald muss Henssler mehr tun als Kochen

1.148

In diesem Bad müssen sogar die Smartphone-Fotolinsen zugeklebt werden

3.125

Schock im Wasserpark! Fünf Menschen sterben wegen Stromschlag

5.969

Das Baby ist da! So süß gratuliert Sylvie ihrem Ex Rafael

6.330

Selbstmordattentäter plante Anschlag auf Große Moschee in Mekka

2.967