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„Wer damals im Osten die Einheit wollte, war ein Wirtschaftsflüchtling“

Dresden/New York - Peter Richter (42), Schriftsteller aus Dresden, ist der Autor der Stunde. Mit seinem romanhaften autobiografischen Erinnerungsbuch „89/90“, geschrieben aus der Perspektive des 16-Jährigen, der er damals war, hebt er die Zeit von Wende und Wiedervereinigung ins Bild, wie sie eindringlicher zuvor nicht beschrieben worden ist.
Peter Richter (42), Buchautor und Journalist aus Dresden. "89/90“ - erschienen bei Luchterhand für 19,99 Euro. Bisher sind nach Verlagsangaben rund 20.000 Exemplare verkauft worden.
Peter Richter (42), Buchautor und Journalist aus Dresden. "89/90“ - erschienen bei Luchterhand für 19,99 Euro. Bisher sind nach Verlagsangaben rund 20.000 Exemplare verkauft worden.

Von Guido Glaner

Dresden/New York - Peter Richter (42), Schriftsteller aus Dresden, ist der Autor der Stunde. Mit seinem romanhaften autobiografischen Erinnerungsbuch „89/90“, geschrieben aus der Perspektive des 16-Jährigen, der er damals war, hebt er die Zeit von Wende und Wiedervereinigung ins Bild, wie sie eindringlicher zuvor nicht beschrieben worden ist.

Im Hauptberuf ist Richter Journalist. Seit 2012 arbeitet er als Kulturkorrespondent der Süddeutschen Zeitung in New York.

Vor wenigen Tagen wurde ihm der von der "Hanna Johannes Arras Stiftung" ins Leben gerufene „Dresdner Arras Preis für Kunst und Kultur“ (dotiert mit 5.000 Euro) zuerkannt, der ihm am 6. September in der Scheune verliehen wird.

MOPO sprach mit Peter Richter über die Fremdenfeindlichkeit in seiner Heimatstadt

Die New York Times berichtet in ihrer Ausgabe vom 24.8. unter der Überschrift: „German Town to Add Security After Protests“. Übersetzt: Zusätzliche Sicherheitskräfte für deutsche Stadt nach Protesten.
Die New York Times berichtet in ihrer Ausgabe vom 24.8. unter der Überschrift: „German Town to Add Security After Protests“. Übersetzt: Zusätzliche Sicherheitskräfte für deutsche Stadt nach Protesten.

MOPO: Herr Richter, mit Ihrem Wende-Roman „89/90“ und einigen Zeitungsartikeln haben Sie sich ein Stückchen Deutungshoheit über das ostdeutsche Gemüt erarbeitet. Angesichts von PEGIDA und der fremdenfeindlichen Ausschreitungen zurzeit: Wie befremdet sind Sie, wenn Sie von New York nach Dresden, Ihre Heimatstadt, blicken?

Peter Richter: Es wäre mir jedenfalls lieber, wenn ich mit meinem Buch jetzt nicht so dastehen würde, als hätte ich schon immer gewusst, was da für ein unverbesserlicher Geist der Gehässigkeit herrscht. Ich hatte nämlich gehofft, es hätte sich was gebessert. Ich hatte wirklich gehofft, diejenigen, die für den schlimmen Ruf von Dresden nach der Wende verantwortlich waren, hätten sich über die Jahre mal wieder eingekriegt. Aber dann kamen PEGIDA, Freital, Meißen, Heidenau. Als Dresdner schämt man sich da gerade in der Ferne für seine Heimat in Grund und Boden. Als Autor fühle ich mich da leider auf eher tragische Weise bestätigt.

MOPO: Sie erzählen in Ihrem Buch unter anderem von den Nazi-Umtrieben in Dresden unmittelbar nach der Wende und wie Sie selbst Blessuren aus Schlägereien davongetragen haben. Warum sammelt sich gerade in Dresden so viel rechtes Gedankengut, damals und heute wieder?

Peter Richter: Ich hatte damals den Eindruck, dass das nicht nur in Dresden ein Problem ist, sondern überall im Osten, oft auch im Westen. Den Eindruck habe ich heute wieder. Im Moment führt, soweit ich weiß, Bayern im Wettbewerb um die meisten Anschläge. Warum aber ausgerechnet Dresden und Umgebung so zum Inbegriff dafür geworden sind, wüsste ich selber gern. Dass einige das hier gar nicht wahrhaben wollen, ist vielleicht schon mal einer der Gründe.

Im Moment führt, soweit ich weiß, Bayern im Wettbewerb um die meisten Anschläge

Rechte Randale in Heidenau am 21. August.
Rechte Randale in Heidenau am 21. August.

MOPO: Könnte es damit zu tun haben, dass das braune Gedankengut in Dresden/im Osten eher Anschluss findet an den gesellschaftlichen Mainstream als im Westen, wo der rechtsradikale und gewaltbereite Rand der Gesellschaft weitgehend isoliert ist?

Peter Richter: Sie meinen dieses: „Stellt mich jetzt nicht in die rechte Ecke, aber ...“, und dann folgen alle diese typischen Sprüche aus der rechten Ecke über „Asylbetrüger“ und „Sozialtouristen“? Kann sein, dass es bis in die gesellschaftliche Mitte hinein immer noch die Hoffnung gibt, sich nur mit den Vorzügen der Bundesrepublik begnügen zu dürfen und von den Verpflichtungen und Herausforderungen durch den Reichtum irgendwie verschont zu bleiben. Dass das Boot voll ist, verkünden ja immer die am lautesten, die selbst vor Kurzem erst noch mit reingesprungen sind. Aber die meisten Leute, die ich in der Stadt kenne, sind da anders. Ich hatte immer den Eindruck, dass die eigentlich auch die überwältigende Mehrheit sind. Mich bestürzt, dass die sich so lange haben übertönen lassen.

MOPO: Hat die Fremdenfeindlichkeit etwas mit der DDR zu tun?

Peter Richter: Die DDR hat ihre Menschen sicher nicht besonders intensiv auf das Leben mit Fremden vorbereitet. Ich weiß aber gar nicht, wie lange es in Westdeutschland eigentlich gedauert hat, bis sich dort die Feindseligkeit gegenüber den Gastarbeitern, Aussiedlern, sonstwie Dazugekommenen so weit abgeschwächt hatte, dass sie zumindest nicht mehr ganz so unzivilisiert herausgebrüllt werden konnte wie jetzt rund um Dresden. 25 Jahre nach der Vereinigung ist der Osten, was das betrifft, womöglich erst auf dem Westniveau der Siebziger. Damals, erzählen mir Betroffene, war es für Ausländer auch dort auf dem Land noch ein Spießrutenlaufen, jetzt gehe es. Ich würde für das Dresdner Umland also die Hoffnung mal nicht aufgeben. Schon damit die NPD dort nicht das letzte Wort behält.

Man müsste mal einen Psychologen fragen

Peter Richter ist im September in Dresden.
Peter Richter ist im September in Dresden.

MOPO: Manche Kommentatoren, die das fremdenfeindliche Gedankengut geißeln, vergleichen das Flüchtlingsphänomen von heute mit den großen Fluchtbewegungen in der Endphase der DDR. Erinnert Euch an damals und erkennt Euch in den Heimatlosen und Flüchtlingen von heute wieder, mahnen sie, Euch ist damals geholfen worden. Ist dieser Vergleich legitim? Damals waren die Deutschen, obwohl in verschiedenen Systemen, unter sich. Heute sind sie mit fremden Kulturen konfrontiert.

Peter Richter: Viele Westdeutsche haben damals aber ganz beträchtliche kulturelle Unterschiede zwischen sich und den Ostdeutschen gesehen. Ein Blick ins „Spiegel“-Archiv spricht Bände: Damals gab es im Westen Proteste gegen immer neue Flüchtlingslager für die Ostler, von denen viele bestimmt kriminell seien, kaum einer politisch verfolgt und alle nur scharf auf das viele schöne Geld im Westen.

Man müsste mal einen Psychologen fragen, ob die Protestierer heute im Osten gegen ein Spiegelbild ihrer selbst zu Felde ziehen: Die Flüchtlinge werden die Bundesrepublik zunächst mal Geld kosten? Richtig. So wie einst sie. Denn wer damals im Osten unbedingt die Einheit wollte, war ein Wirtschaftsflüchtling, der nicht mal seine Heimat verlassen musste.

MOPO: Am 6. September nehmen Sie in Dresden den Arras Preis für Kunst und Kultur entgegen. Haben Sie Ihre Dankesrede schon formuliert?

Peter Richter: Noch nicht. Aber vielleicht sollte ich dabei zuallererst den Heidenauern, Freitalern, Meißnern, Dresdnern danken, die sich um ein weltoffeneres Klima bemühen, statt lieber wegzugehen.

MOPO: Interessiert sich eigentlich in New York außer Ihnen irgendwer dafür, was gerade in Dresden geschieht?

Peter Richter: Die New York Times berichtet recht detailliert darüber. Es ist, fürchte ich, nicht die Art von Artikel, die dem Fremdenverkehrsamt in Dresden vorschwebt.

Peter Richters Termine in Dresden

Die öffentliche Verleihung des Arras-Preises samt Lesung findet am Sonntag, dem 6. September, um 19 Uhr im Dresdner Kulturzentrum Scheune statt.

Am Montag, dem 7. September, ebenfalls um 19 Uhr, liest Peter Richter im Rahmen der Reihe „Bellini. Literatur im QF“ im QF Hotel, Neumarkt 1, aus seinem Roman „89/90“. Der Eintritt zu beiden Veranstaltungen ist frei.

Fotos: dpa, Peter Richter (privat)

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