Welcher Brunnen ist den Wiederaufbau wert?

Sandro Schmalfuß (39) will eine Online-Petition für den Brunnen starten. Einst stand der Bärenbrunnen in 
der Theaterstraße vor dem Sporthochhaus.
Sandro Schmalfuß (39) will eine Online-Petition für den Brunnen starten. Einst stand der Bärenbrunnen in der Theaterstraße vor dem Sporthochhaus.  © Maik Börner

Chemnitz - Das Thema Bärenbrunnen ist noch nicht ganz vom Tisch: Mit einer Online-Petition wollen Fontänen-Fans den Wiederaufbau erreichen, obwohl der Stadtrat das bereits abgelehnt hat.

„Kunstwerke stehen für ihre Zeit. Sie stehen für Gutes oder Schlechtes“, sagt Stadthistoriker Sandro Schmalfuß (39).

„In Chemnitz wird nach politischer Fasson entschieden.“ Das sei nicht hinnehmbar - darum nun die Petition. Der Stadtrat hatte es abgelehnt, die Fontäne wiederauferstehen zu lassen (MOPO berichtete). Auch deswegen, weil der Schöpfer der Bären-Plastik, Otto Pilz (1876 bis 1934), NSDAP-Mitglied war.

Anders beim Brunnen „Jugend im Sozialismus“ von Ronald Preis (83): Den wollen Linke und Grüne im Stadtrat wieder aus der Versenkung holen. Dieser Brunnen habe eine klare politische Aussage, so Sandro Schmalfuß: „Jugend im Sozialismus war nicht für jeden schön.

Manche saßen im Jugendwerkhof oder durften nicht studieren.“ Stadtrat Martin Kohlmann (39, Pro Chemnitz) sieht den Sozialismus-Brunnen ebenso kritisch: Der Titel sei Propaganda eines Unrechtssystems.

Titelfoto: Maik Börner


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