Grausame Tragödie mit Todesfolge verändert in "Pferde stehlen" das Leben aller!

Deutschland - Heftige Geschichte! Der norwegische "Oscar"-Kandidat für 2020, "Pferde stehlen", läuft am 21. November in den deutschen Kinos an und bewegt mit universellen Themen.

Erstes Wiedersehen seit langem: Trond Sander (Stellan Skarsgard) wird vom Besuch seiner Tochter (Maria Alm Norell) überrascht.
Erstes Wiedersehen seit langem: Trond Sander (Stellan Skarsgard) wird vom Besuch seiner Tochter (Maria Alm Norell) überrascht.  © PR/© 2019, 4 1/2 Fiksjon As, Zentropa Entertainmen

Inmitten der malerischen Naturkulisse Norwegens wohnt Trond Sander (Stellan Skarsgard) im November des Jahres 1999.

Er lebt ganz alleine, so wie er sich das immer vorgestellt hat, fernab von jeglichem Trubel in einer abgelegenen Hütte.

Zuvor hatte er 42 Jahre im benachbarten Schweden verbracht. Nun jedoch sucht er die Abgeschiedenheit. Seine Frau ist vor drei Jahren gestorben, mit seiner Tochter (Maria Alm Norell) hat er auch keinen Kontakt mehr.

Dafür aber mit seinem direkten Nachbarn Lars (Björn Floberg), der sich schnell als alter Bekannter aus Tronds Kindheit herausstellt.

Ohne es zu beabsichtigen, veränderte er auch Sanders Leben entscheidend. Denn Lars (Torjus Hopland Vollan) erschoss als kleiner Junge beim Spielen versehentlich seinen Bruder.

Diese große Tragödie hatte nicht nur Auswirkungen für ihn, sondern auch für seinen älteren Bruder Jon (Sjur Vatne Brean), seinen Vater (Pal Sverre Hagen), seine Mutter (Danica Curcic) und Tronds Dad (Tobias Santelmann).

Die Erinnerungen an die bewegte Zeit von damals, aus dem Juni 1948, prasseln nun wieder auf Trond ein...

"Pferde stehlen" ist für Regisseur Hans Petter Moland eine sehr persönliche Geschichte

Tronds Vater (l., Tobias Santelmann) hilft Jons Mutter (M., Danica Curcic) in einer schweren Lebensphase. Der jugendliche Trond Sander (Jon Ranes) ist außen vor.
Tronds Vater (l., Tobias Santelmann) hilft Jons Mutter (M., Danica Curcic) in einer schweren Lebensphase. Der jugendliche Trond Sander (Jon Ranes) ist außen vor.  © PR/© 2019, 4 1/2 Fiksjon As, Zentropa Entertainmen

Diese tiefschürfende Geschichte um Verlust, lebensverändernde Entscheidungen und menschliche Beziehungen hat der norwegische Regisseur Hans Petter Moland ("Erlösung", "Hard Powder", "Ein Mann von Welt") mitreißend umgesetzt.

Das dürfte auch damit zusammenhängen, dass die Story des gleichnamigen Buches von Per Petterson für den gebürtigen Osloer sehr persönlich ist.

Er selbst entfloh der Einsamkeit seiner abgelegenen elterlichen norwegischen Farm im Alter von 16 Jahren und wanderte in die USA aus.

Deshalb lehnte er 2004 auch noch ab, als ihm der Film angeboten wurde. Zu sehr schmerzten ihn die Erinnerungen von damals. Doch mittlerweile ist er laut eigener Aussage gereift und hat den kraftvollen Bestseller berührend und feinfühlig verfilmt.

Ganz ohne Schwächen ist allerdings auch dieses Drama nicht. So gibt es die ein oder andere Länge zu überstehen, dazu wird Skarsgard in der deutschen Fassung nicht von seiner Stammstimme Detlev Bierstedt (spricht auch George Clooney) vertont, sondern Rainer Schmitt, der bei weitem nicht an Bierstedts Ausdrucksstärke und Klasse herankommt, weshalb man sich erstmal einhören muss.

Davon abgesehen inszeniert Moland mithilfe eines themenreichen, umfassenden Drehbuchs, lyrischer Dialoge und einer stimmungsvollen Musikuntermalung diese angenehm ruhige und insgesamt dennoch spannende Erzählung voller Menschlichkeit.

Stellan Skarsgard zeigt eine starke Leistung in "Pferde stehlen", auch die Kameraführung ist ein Traum

Trond Sander (l., Jon Ranes) reitet gemeinsam mit seinem Vater (Tobias Santelmann) aus.
Trond Sander (l., Jon Ranes) reitet gemeinsam mit seinem Vater (Tobias Santelmann) aus.  © PR/© 2019, 4 1/2 Fiksjon As, Zentropa Entertainmen

Eine eigene Filmfigur sind die wunderschönen Landschaften. Ob als Winter-Wunderland oder vor grüner Vielfalt im Sommer strahlend - die perfekt aufgenommenen Orte tragen viel zum Gelingen des Dramas bei.

So ist es auch nur folgerichtig, dass "Pferde stehlen" dieses Jahr auf der 69. Berlinale mit dem Silbernen Bären für die beste Kameraführung ausgezeichnet wurde.

Denn Rasmus Videbæk ("Der Dunkle Turm") erschafft durchgehend sehenswerte cineastische Bilder voll poetischer Schönheit - und sorgt damit für einen knapp zwei Stunden lang anhaltenden Augenschmaus!

Er setzt die Schauspieler zudem erstklassig in Szene, sodass sie glänzen können. Allen voran Skarsgard ("Thor", "Illuminati", "Fluch der Karibik" 2-3) zeigt eine vielschichtige Performance und sorgt für eine emotionale Achterbahnfahrt der Zuschauer.

Auch Floberg ("Kingsman: The Secret Service"), Santelmann ("Kon-Tiki"), Hagen ("Verschwörung") und vor allem Curcic ("Schändung - Die Fasanentöter") wissen zu überzeugen.

Sie, die verwinkelte Story und auch die starken, nachvollziehbar gezeichneten Charaktere sorgen daher für ein rundum gelungenes, sehenswertes Kinoerlebnis.

Auf Trond Sander (Stellan Skarsgard) prasseln all die Erinnerungen aus dem Juni 1948 wieder ein.
Auf Trond Sander (Stellan Skarsgard) prasseln all die Erinnerungen aus dem Juni 1948 wieder ein.  © PR/© 2019, 4 1/2 Fiksjon As, Zentropa Entertainmen

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