Nach Rechtsstreit: Historischer Bronze-Pferdekopf wird ausgestellt, doch etwas ist faul

Waldgirmes - Vor rund zehn Jahren wurde er im beschaulichen Lahnauer Stadtteil Waldgirmes (Lahn-Dill-Kreis) entdeckt, galt als einer der bedeutendsten Funde der Neuzeit. Doch der antike römische Pferdekopf aus Bronze entfachte auch einen langwierigen Rechtsstreit. Am Sonntag ist er vorerst letztmalig in seiner ursprünglichen "Heimat" zu bestaunen - naja, zumindest in gewisser Weise.

Eine Replik des über 2000 Jahre alten Pferdekopfes wird im Lahnauer Stadtteil Waldgirmes ausgestellt.
Eine Replik des über 2000 Jahre alten Pferdekopfes wird im Lahnauer Stadtteil Waldgirmes ausgestellt.  © DPA/Arne Dedert

Denn wie HitRadio FFH berichtet, wird lediglich eine Nachbildung des rund 2000 Jahre alten Fundstückes in dem kleinen Ort ausgestellt. Begründung: Die Sicherheitsvorkehrungen wären schlichtweg zu groß und vor allem aufwendig gewesen.

Schon am Freitag wurde die Kurz-Ausstellung mit einem Vortrag zur Ausgrabung eröffnet, am Samstag und Sonntag können alle Hobby-Archäologen und die, die es noch werden wollen zumindest einen Blick auf etwas erhaschen, was dem Original laut Wilfred Paeschke vom Römischen Forum "dem Original in Nichts nachstehe".

Dieses ist nach wie vor im Römerkastell Saalburg in Bad Homburg vor der Höhe ausgestellt. Im Jahr 2009 war der Pferdekopf in einem alten Brunnenschacht auf einem Acker gefunden worden. Der Besitzer des Grundstückes lieferte sich einen langen Rechtsstreit mit dem Land Hessen, forderte eine Summe von 773.000 Euro, in der Folge wurde vom Land Hessen sogar Einspruch vor dem Oberlandesgericht in Frankfurt eingelegt.

Der Pferdekopf war Teil eines Reiterstandbilds, das wohl Kaiser Augustus (63 v. bis 14 n. Christus) darstellte. Der Gesamtwert des Fundstückes wurde auf rund 1,6 Millionen Euro geschätzt.

Geöffnet ist die Ausstellung der Pferdekopf-Replik von 10 bis 18 Uhr.

Das Original des seltenen Ausgrabungsstückes ist normalerweise auf der Saalburg zu sehen.
Das Original des seltenen Ausgrabungsstückes ist normalerweise auf der Saalburg zu sehen.  © DPA/Arne Dedert

Titelfoto: DPA/Arne Dedert


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