Pflegeoma soll Jungen (†7) getötet haben: Das Urteil wurde gefällt

Heilbronn - Fast ein Jahr nach dem gewaltsamen Tod eines sieben Jahre alten Jungen (TAG24 berichtete) soll am Montag (10 Uhr) vor dem Landgericht Heilbronn das Urteil gegen dessen Pflegeoma verkündet werden.

Die schreckliche Tat hatte das ganze Dorf Künzelsau schockiert, es fand eine Trauerfeier Anfang Mai 2018 statt. (Archivbild)
Die schreckliche Tat hatte das ganze Dorf Künzelsau schockiert, es fand eine Trauerfeier Anfang Mai 2018 statt. (Archivbild)  © DPA

Der 70-Jährigen wird vorgeworfen, den Jungen in Künzelsau (Hohenlohekreis) erwürgt zu haben.

Die Staatsanwaltschaft und Verteidigung hatten das Geschehen in ihren Schlussvorträgen sehr unterschiedlich bewertet.

Der Staatsanwalt plädierte auf eine Verurteilung wegen Mordes und sprach sich für eine Haftstrafe von 13 Jahren aus.

Für die Verteidigerin der Angeklagten handelt es sich hingegen um fahrlässige Tötung: Ihre Mandantin habe zum Zeitpunkt der Tat im April 2018 an einer akuten Depression gelitten und nicht überlegt gehandelt. Auf eine konkrete Strafforderung verzichtete die Anwältin.

Hintergrund: Der 7-jährige Junge wurde im April 2018 im Haus der Seniorin von seinem eigenen Vater tot entdeckt (TAG24 berichtete). Das Kind lag in einer Badewanne und hatte Würgemale am Hals.

Das Verhältnis des Jungen zu seiner Pflegeoma sei sehr herzlich gewesen, das Kind übernachtete gerne bei der 70-Jährigen. Die schreckliche Tat hatte das ganze Dorf Künzelsau schockiert (TAG24 berichtete).

Pflegeoma muss zehneinhalb Jahre ins Gefängnis

Update 12.10 Uhr: Die 70-Jährige ist zu zehneinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht Heilbronn sprach die Frau am Montag wegen Totschlags schuldig.

Anders als Staatsanwaltschaft und Nebenklage bewertete die Kammer die Tat nicht als Mord. Es bestehe nicht der geringste Zweifel daran, dass die Angeklagte den sieben Jahre alten Jungen vor rund einem Jahr vorsätzlich getötet habe, sagte der Vorsitzende Richter.

Er sprach von einem Motivbündel: Die Angeklagte sei überlastet und aufgewühlt gewesen. Außerdem sei die Tat durch eine depressive Störung der Frau geprägt gewesen.

Es sei nicht auszuschließen, dass die Angeklagte zur Tatzeit in ihrer Steuerungsfähigkeit eingeschränkt gewesen sei.

Die 70-Jährige litt laut ihrer Verteidigerin zum Zeitpunkt der Tat unter Depressionen. (Archivbild)
Die 70-Jährige litt laut ihrer Verteidigerin zum Zeitpunkt der Tat unter Depressionen. (Archivbild)  © DPA

Titelfoto: DPA

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