Pfleger genießt Luxus-Leben auf Kosten seines demenzkranken Patienten

Frankfurt am Main - Weil er einen demenzkranken und blinden Patienten innerhalb weniger Monate um rund 265.000 Euro erleichtert hatte, ist ein 25 Jahre alter Pfleger am Montag in Frankfurt zu zwei Jahren Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Der Pfleger hatte uneingeschränkten Zugang zu den Konten des Patienten. (Symbolbild)
Der Pfleger hatte uneingeschränkten Zugang zu den Konten des Patienten. (Symbolbild)  © DPA

Der Angeklagte hatte zwischen November 2014 und Mai 2015 uneingeschränkten Zugang zu den Konten des 66-Jährigen und seiner kurz zuvor verstorbenen Ehefrau.

Nach dem Tod des Mannes wurden die Abhebungen und Überweisungen festgestellt. Das Geld gab der Mann für Luxus aus - Auto, Maßkonfektion und Reisen.

Vor Gericht legte er ein umfassendes Geständnis ab. Im sei die Tätigkeit bei den pflegebedürftigen Eheleuten über den Kopf gewachsen. Selbst habe er damals nur 900 Euro monatlich zur Verfügung gehabt.

Das Gericht begründete die wesentlich über eine zunächst von der Staatsanwaltschaft beantragte Strafe von einem Jahr liegende Verurteilung vor allem mit dem hohen Schadensbetrag und der Vielzahl der einzelnen Abhebungen.

Auch wenn die Eheleute keine Kinder hatten, hätte ihm doch klar sein müssen, dass es Geschwister, Neffen, Nichten oder andere Nachfolger geben werde, sagte die Amtsrichterin.

In der Verhandlung hatte der Angeklagte anklingen lassen, dass er auch selbst einmal als Erbe der Eheleute in Erwägung gezogen worden sei.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, die Verteidigung prüft Rechtsmittel.

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