Unbekannter droht, Bombe in einer Moschee deponiert zu haben

Pforzheim - Am Dienstag kündigte ein Unbekannter an, eine Bombe in einer Pforzheimer Moschee deponiert zu haben.

Polizei und Rettungskräfte waren vor Ort.
Polizei und Rettungskräfte waren vor Ort.  © SDMG / Gress

Dies bestätigte ein Sprecher der Polizei im Gespräch mit TAG24 am Telefon.

Das Drohschreiben wurde per E-Mail verfasst. Demnach sollte die Bombe gegen 18 Uhr hochgehen.

Die Polizei evakuierte die Moschee und suchte das Gebäude mithilfe von Spürhunden ab. Gefunden wurde jedoch nichts. Gegen 19 Uhr wurde der Einsatz schließlich beendet.

Zum Zeitpunkt der Evakuierung waren eine "handvoll" Menschen in der Moschee, wie der Polizeisprecher mitteilte.

Es war bereits der zweite Bombenalarm innerhalb kürzester Zeit.

Erst vor zwei Wochen kam es zu einem ähnlichen Vorfall, wobei die Polizei ebenfalls nichts fand.

Am Dienstagabend waren Oberbürgermeister Peter Boch und erster Bürgermeister Dirk Büscher vor Ort. "Es macht uns fassungslos, dass innerhalb von so kurzer Zeit eine zweite Bombendrohung gegen die Fatih-Moschee eingegangen ist“, wurden sie in einer Pressemitteilung der Stadt Pforzheim zitiert. In einem Appell hieß es weiter: "Die Stadt Pforzheim und – da sind wir sicher - die Pforzheimer Stadtgesellschaft als Ganzes stehen solidarisch zu ihren muslimischen Mitbürgern: Wir dürfen nicht zuschauen, wie eine Bevölkerungsgruppe durch wiederholte Drohungen massiv verunsichert und eingeschüchtert werden soll. Gemeinsam mit der Polizei tun wir alles uns Mögliche dafür, dass sich alle gesellschaftlichen und religiösen Gruppen in unserer Stadt sicher fühlen können."

Der Oberbürgermeister lobte des Weiteren die Einsatzkräfte: "Die Polizei hat heute wieder sehr schnell und besonnen reagiert, dafür danken wir ausdrücklich. Die Stadtgesellschaft ist in diesen schwierigen Tagen besonders gefordert, zu zeigen, dass sie zusammensteht.“

Bereits am vergangenen Sonntag geriet die baden-württembergische Stadt Pforzheim in die Schlagzeilen, weil sich zirka 50 Rechtsextreme auf dem Wartberg versammelten. Sie gedachten dort der Bombardierung von Pforzheim (23. Februar). Oberbürgermeister Boch wollte diese Veranstaltung im Voraus aufgrund des rechten Terroranschlags in Hanau eigentlich verbieten lassen.

Doch schlussendlich durfte das Gedenken stattfinden. Zahlreiche Protestierende demonstrierten am Sonntag gegen den rechten Aufmarsch. (TAG24 berichtete)

Diese Moschee wurde am Dienstagabend evakuiert.
Diese Moschee wurde am Dienstagabend evakuiert.  © SDMG / Gress

Titelfoto: SDMG / Gress

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