Darum ist "Phantastische Tierwesen 2" mit Johnny Depp besser als sein Vorgänger!

Berlin - So muss ein Fantasy-Film aussehen! "Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen" von Regisseur David Yates (Harry Potter 5-7.2, Legend of Tarzan) ist aus vielen Gründen besser als sein Vorgänger.

Newt Scamander (r., Eddie Redmayne) wurde von Professor Albus Dumbledore (Jude Law) bestens ausgebildet.
Newt Scamander (r., Eddie Redmayne) wurde von Professor Albus Dumbledore (Jude Law) bestens ausgebildet.  © PR/Warner Bros. Entertainment Inc.

Der Film beginnt furios in New York im Jahre 1927: Nach sechs Monaten im Gefängnis des US-Zaubereiministeriums soll der mächtige dunkle Zauberer Gellert Grindelwald (Johnny Depp) nach Europa verlegt werden.

Doch mit der Hilfe von Abernathy (Kevin Guthrie) befreit sich Grindelwald und taucht unter, um seine Gefolgsleute um sich zu scharen.

Drei Monate später muss Newt Scamander (Eddie Redmayne) beim britischen Zaubereiministerium eine Anhörung wegen der Vorfälle in New York hinter sich bringen. Er wird mit einem Ausreiseverbot belegt, weil er ablehnt, für das Ministerium zu arbeiten.

Sein Bruder Theseus (Callum Turner) und seine Verlobte Leta Lestrange (Zoe Kravitz) heißen seine Entscheidung nicht gut – ganz im Gegensatz zu Professor Albus Dumebledore (Jude Law), der sich mit Newt in London trifft und ihn bittet, Credence Barebone (Ezra Miller), der die Vorfälle in New York überlebt hat, in Paris ausfindig zu machen.

Mit der Hilfe von Jacob Kowalski (Dan Fogler), Queenie Goldstein (Alison Sudol) und deren Schwester Tina (Katherine Waterston) folgt Newt der magischen Spur. Doch Grindelwald ist bereits vor Ort…

Gellert Grindelwald (Johnny Depp) greift nach der Macht in der Zaubererwelt und will diese in eine große Finsternis stürzen.
Gellert Grindelwald (Johnny Depp) greift nach der Macht in der Zaubererwelt und will diese in eine große Finsternis stürzen.  © PR/Warner Bros. Entertainment Inc.

Erleichterung für alle Harry-Potter-Fans und Anhänger des ersten Teils: Der zweite Film ist deutlich mitreißender geworden, als sein Vorgänger!

Der spektakuläre Beginn katapultiert die Zuschauer mitten ins atemlose Geschehen hinein und sorgt gleich für Spannung.

Dabei sorgen die aufwendigen Spezialeffekte und Grindelwalds brutale Macht vom Start weg für eine deutlich düsterere Atmosphäre, als noch im ersten Film.

Schon während dieser beeindruckenden Eröffnungsszene und auch anschließend macht sich das deutlich stärkere Drehbuch im Vergleich zum ersten Teil bemerkbar.

Hier erkennt man, dass Harry-Potter-Buchautorin J. K. Rowling aus den Fehlern ihres überhaupt ersten Skripts gelernt hat und vieles besser macht.

Der Film wirkt komprimierter, hat eine fesselnde Spannungskurve und schlägt durch den mitreißenden Schnitt ein deutlich höheres Erzähltempo an.

Zusätzlich gibt es für Insider der "Wizarding World" viel zu entdecken. Ob Hauselfen oder der Stein der Weisen, an Liebe zum Detail mangelt es definitiv nicht!

Nagini (l., Claudia Kim) Jacob Kowalski (Dritter von l., Dan Fogler), Newt Scamander (Dritter von r., Eddie Redmayne), Tina Goldstein (Zweite von r., Katherine Waterston) und Theseus Scamander (Callum Turner) stehen schwere Zeiten bevor.
Nagini (l., Claudia Kim) Jacob Kowalski (Dritter von l., Dan Fogler), Newt Scamander (Dritter von r., Eddie Redmayne), Tina Goldstein (Zweite von r., Katherine Waterston) und Theseus Scamander (Callum Turner) stehen schwere Zeiten bevor.  © PR/Warner Bros. Entertainment Inc.

Darüber hinaus spielt Rowling auch ihre größten Stärken aus: Die Charakterdarstellung und -entwicklung sind schlichtweg weltklasse.

Keine Figur ist eindimensional, alle bekommen eine tiefgründige Hintergrundgeschichte spendiert.

So sind alle Figuren menschlich, haben Motive, sind deshalb nachvollziehbar und bieten Identifikationspotenzial.

Leider gibt es hier dennoch die eine oder andere Unausgewogenheit, wenn eine Handlung einer Figur zu abrupt wirkt.

Dennoch beeindruckt die Welt der Zauberer mit ihrer Komplexität. Die vielen kreativen Einfälle bei der Gestaltung der Tierwesen, aber auch der herausragend guten Locations tragen ihren Teil zu einem insgesamt magischen Kinoerlebnis bei.

Das wird durch die stimmige Musikuntermalung verstärkt, die ihren Höhepunkt erreicht, als es erstmals seit Harry Potter wieder nach Hogwarts geht.

Hinzukommen mit den vorwiegend in Schwarz gehaltenen Kostümen, der düsteren Farbgestaltung, dem aufwendigen Make-up, den erstklassigen Frisuren und der dynamischen Kameraführung weitere positive Aspekte.

Newt Scamander (Eddie Redmayne) muss sich Gellert Grindelwald (Johnny Depp) entgegenstellen.
Newt Scamander (Eddie Redmayne) muss sich Gellert Grindelwald (Johnny Depp) entgegenstellen.  © PR/Warner Bros. Entertainment Inc.

Allerdings hat "Phantastische Tierwesen 2" auch seine Schwächen. So gibt es insgesamt drei Lovestories – zum einen sind das zu viele, zum anderen werden sie viel zu klischeehaft in Szene gesetzt und wirken zu dick aufgetragen.

Von diesen Momenten abgesehen spielt der namhafte Cast aber überzeugend, auch wenn Redmaynes (Die Entdeckung der Unendlichkeit) Mimik und Körperhaltung weiterhin gewöhnungsbedürftig bleiben.

Dafür trumpfen Depp (Fluch der Karibik 1-5) als vielschichtiger Grindelwald, Kravitz (Mad Max: Fury Road) als tragische Lestrange, Miller (Justice League) als zerrissener Credence Barebone, Waterston (Alien: Covenant) als gutmütige Tina und Sudol (Transparent) als ihre deutlich veränderte Schwester Queenie Goldstein auf.

Stark ist auch Law (Sherlock Holmes) als mittelalter Albus Dumbledore. Seine Leistung und seine Figur lassen für die kommenden drei "Phantastische-Tierwesen" –Filme einiges erhoffen – vor allem nach dem überraschenden Finale!

"Phantastische Tierwesen 2" hat einige Schwächen, die aber zu verschmerzen sind, weil der Film insgesamt deutlich stärker ist, als der ebenfalls fantasievolle, aber etwas langatmig erzählte erste Teil. "Grindelwalds Verbrechen" ist temporeicher, spannender, düsterer und gebündelter und überzeugt auch handwerklich. Ein magisches Kinoerlebnis.

Gellert Grindelwald (Johnny Depp) wurde am Ende des ersten Filmes geschnappt. Doch ein so mächtiger dunkler Zauberer wird nicht lange eingesperrt bleiben...
Gellert Grindelwald (Johnny Depp) wurde am Ende des ersten Filmes geschnappt. Doch ein so mächtiger dunkler Zauberer wird nicht lange eingesperrt bleiben...  © PR/Warner Bros. Entertainment Inc.

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