Mann will sich Wassermelone kaufen und bekommt jetzt 6,4 Millionen Euro

Aus der fruchtigen Erfrischung wurde nichts. Henry Walker landete nach dem Einkauf im Krankenhaus.
Aus der fruchtigen Erfrischung wurde nichts. Henry Walker landete nach dem Einkauf im Krankenhaus.  © 123RF

Phenix - Es ist Juni, heiß und der US-Amerikaner Henry Walker wollte sich bei Walmart eine fruchtige Erfrischung holen. Doch an der Obst-Auslage angekommen, dauerte es nur wenige Augenblicke, bis er mit einer gebrochenen Hüfte am Boden lag.

Wie konnte das passieren? Laut den Gerichtsdokumenten, die AL.com zitiert, hat der Kriegsveteran aus Phenix (Alabama) nach einer Wassermelone gegriffen. Dabei blieb sein Fuß "in einer Holzpalette auf dem Boden stecken" und rutschte in eine Seitenöffnung der Unterlage. Als sie Henry umdrehen wollte, klemmte sein Fuß und er stürzte so schwer, dass er sich einen fiesen Bruch zuzog und nun auf eine Gehhilfe angewiesen ist.

Kaum aus dem Krankenhaus entlassen, schaltete der betroffene Kunde seinen Anwalt ein. Der Vorwurf?

Walmart, die umsatzstärkste Warenhauskette Amerikas, hätte seine Waren nicht ordentlich gesichert und würde die Öffentlichkeit nicht vor "unsicheren und gefährlichen Bedingungen" gewarnt. Wären die Melonen leichter zu erreichen gewesen und hätte es die Palette nicht gegeben, Henry Warner wäre unverletzt geblieben, heißt es.

Über zwei Jahre lang lieferten sich Walmart und Walker einen Papierkrieg, bis der Fall vor einigen Tagen vor Gericht behandelt wurde.

Was war faul am Obst- und Gemüseregal? (Symbolbild).
Was war faul am Obst- und Gemüseregal? (Symbolbild).  © 123RF

Henry kam dabei ein Überwachungsvideo aus der Filiale zu Gute. Auf dem Beweismittel ist zu sehen, dass er nicht der einzige war, der in der Palette steckenblieb.

"Wenn man unversehrt in einen Supermarkt geht, erwartet man ja wohl nicht, auf einer Trage wieder rausgebracht zu werden", so sein Anwalt Shaun O´Hara AL.com gegenüber.

So sahen es anscheinend auch die Richter und sprachen ein, laut dem Kläger, vernünftiges Urteil. Die Supermarktkette muss Henry Warner Schadensersatz und Schmerzensgeld bezahlen. Insgesamt beläuft sich die festgelegte Summe auf umgerechnet 6,4 Millionen Euro.

"Hoffentlich wird dass den Einzelhändler dazu bewegen, Schutzvorrichtungen an den Paletten anzubringen, wie andere Geschäfte in der Region es tun.", so der Anwalt.

Weniger begeistert vom Urteil ist natürlich Walmart. In einem Statement gegenüber dem Vice-Ableger Munchies, stellte ein Sprecher klar, enttäuscht zu sein und dass das Unternehmen vorhabe, Berufung einzulegen.

Typisch Amerika möchte man meinen. Übrigens: Es ist nicht das erste Mal, dass eine Wassermelone hier für Probleme sorgt...


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