Polizisten erschießen Dreijährige bei Drogenrazzia!

Manila - Polizisten haben bei einer Drogenrazzia auf den Philippinen ein dreijähriges Mädchen getötet.

Der Sarg des erschossenen Mädchens. Der Bilderrahmen zeigt viele Selfies der Dreijährigen. Sie habe es geliebt Selfies zu machen, so die Mutter.
Der Sarg des erschossenen Mädchens. Der Bilderrahmen zeigt viele Selfies der Dreijährigen. Sie habe es geliebt Selfies zu machen, so die Mutter.  © Screenshot/Youtube GMA News

Das Kind war nach Angaben der Polizei am Sonntag (Ortszeit) in eine Schießerei zwischen mutmaßlichen Drogendealern und Polizeibeamten geraten.

Die Polizei sei, während die Familie noch schlief, durch die Fenster in das Haus eingedrungen. Sie sollen keinen Durchsuchungsbefehl gehabt haben!

Die Polizei teilte mit, der drogenabhängige Vater der Dreijährigen habe das Feuer auf die Sicherheitskräfte eröffnet und dabei seine Tochter als Schild vor sich gehalten. Die Mutter des Mädchens streitet das ab.

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Dazu twitterte Carlos H. Conde, Human Rights Watch, "Die Mutter eines Mädchens, das bei einer Drogenrazzia starb, dementiert, dass das Mädchen als 'menschlicher Schutzschild' benutzt wurde."

Sie sei mit ihren drei anderen Kindern in das obere Stockwerk geflohen, aber das kleine Mädchen wollte bei ihrem Vater bleiben und wurde von einem Querschläger getroffen.

Das kleine Mädchen wäre am 31. Juli vier Jahre alt geworden.

Die Dreijährige soll laut Polizei von ihrem Vater als Schutzschild benutzt worden sein!
Die Dreijährige soll laut Polizei von ihrem Vater als Schutzschild benutzt worden sein!  © Screenshot/Youtube GMA News

Der Senator Ronald Dela Rosa bezeichnete den Tod des Kindes als "Kollateralschaden".

"Shit happens", sagte er am Donnerstag zu Journalisten.

Im Zuge der Untersuchung der Vorfälle wurden 20 Polizeibeamte von ihrem Dienst suspendiert.

Bei der Razzia starben außerdem zwei mutmaßliche Drogendealer und ein Zivilpolizist.

Im sogenannten Krieg gegen Drogen, den Präsident Rodrigo Duterte nach seiner Wahl 2016 ausgerufen hatte, wurden nach offiziellen Zahlen bereits mehr als 6600 Menschen getötet.

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